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Hyundais Stromer lassen sich mit der Wallbox sehr viel schneller als an der heimischen Steckdose wieder auf ihre volle Reichweite bringen. Bild: Hyundai

| von Götz Fuchslocher

Immer mehr Elektrofahrzeuge kommen in den Handel und auf die Straßen. Das Repertoire reicht dabei vom kompakten Renault Zoe bis zum großen Audi e-tron, oder – um innerhalb eines Konzerns zu bleiben: vom smart bis zum Mercedes-Benz EQC. Die beiden neuen großen und teuren Allrad-Elektro-SUV von Audi und Mercedes locken mit Reichweiten von über 400 Kilometern, womit zumindest die Sorge um den möglichen Bewegungsspielraum kleiner wird. Die Energie dafür will freilich in möglichst geringer Zeit und zudem bequem aufgenommen sein. Bis zu 85 Prozent aller Ladevorgänge finden einer aktuellen Meldung des Herstellers Hyundai zufolge im heimischen Umfeld oder am Arbeitsplatz statt.

Der EQC von Mercedes-Benz verfügt für die Ladung über einen wassergekühlten On-Board-Lader (OBL) mit einer Leistung von 7,4 kW und ist damit für das Wechselstrom- (AC-) Laden zu Hause und an öffentlichen Ladestationen vorbereitet. Bis zu drei Mal schneller als an einer klassischen Haushaltssteckdose erfolgt laut Daimler aber das Laden an einer Wallbox, die sich für zu Hause empfiehlt. Autofahrer sollen ihr Elektroauto nicht an einer normalen Haushaltsteckdose aufladen, heißt es in einer Mitteilung des Experten für Energieprodukte und Energiedienstleistungen Süwag. Darin seien sich die Experten einig, sagt Nadine Keil, Süwag-Expertin für das Thema Elektromobilitä: „Eine leistungsfähige Ladebox ist für ein Elektroauto einfach ein Muss. Durch unsere Wallbox mit einer Ladeleistung von 11 kW können Elektroautos nicht nur sicher, sondern auch bis zu dreimal schneller aufgeladen werden.“

Um beim Besipiel EQC aus dem Hause Daimler zu bleiben: Bei ihm gelingt das Gleichstrom- (DC-) Laden unterwegs abhängig vom SoC (Status of Charge) mit einer entsprechenden Ladestation mit einer maximalen Leistung von bis zu 110 kW. Audi hat den e-tron fürs Schnellladen mit bis zu 150 kW an High-Charging-Stations vorbereitet. Im heimischen Umfeld lasse sich das mobile Ladesystem an einer 230 Volt-Haushaltssteckdose mit einer Ladeleistung von bis zu 2,3 kW sowie an einer 400 Volt-Drehstromsteckdose mit bis zu 11 kW Leistung nutzen, heißt es. Mit dem optionalen Ladesystem connect verdoppelt sich die Ladeleistung laut Audi auf 22 kW.

Selbst in den kompakten Klassen wird auch bei den Stromern auf die Reize der beliebten SUVs gesetzt. Dies zeigt aktuell etwa der koreanische Hersteller Hyundai mit der elektrischen Version des Kona, die in einer einfachen Version ab knapp 35.000 Euro zu haben ist. Wer in die Datenblätter des in zwei Versionen (mit 100 kW oder 150 kW) erhältlichen „Kona Elektro“ blickt, erkennt in den Angaben für die Ladedauer je nach Stromquelle Ladezeiten zwischen 24 Stunden (via handelsüblicher 230-V-Steckdose) bis hinunter zu 54 Minuten über eine 100-kW-Schnellladestation bei 80 Prozent Ladung. Da E-Fahrzeuge in der Praxis aber die meiste Zeit zu Hause oder am Arbeitsplatz stehen werden, wird den – idealerweise von Experten installierten – Wallboxen eine große Zukunft vorausgesagt. Wie Hyundai Motor Deutschland meldet, arbeitet man beim Laden der eigenen Elektrofahrzeuge mit Webasto zusammen. So bietet der Zulieferer Wallboxen für den Heimanschluss bereits ab 595 Euro an. Laut dem koreanischen Autohersteller lassen sich die Modelle Ioniq oder Kona Elektro damit 2,8 Mal schneller laden als an der heimischen 230-Volt-Haushaltssteckdose. Mit der Wallbox Webasto Pure, die bis zu 32 Ampere Ladestrom liefert, verkürze sich der Ladevorgang für einen Ioniq Elektro von 12,5 Stunden an der heimischen Steckdose auf 4,5 Stunden, heißt es. Im Vorfeld der Installation bietet Webasto für 95 Euro auch eine Standortanalyse. Ein Techniker prüfe dann vor Ort die Elektroanschlüsse sowie die Gegebenheiten für die Installation, um spätere Systemüberlastungen oder -schäden auszuschließen, heißt es.

Ideal wäre es freilich, wenn der Strom fürs Elektrauto auf dem Dach des eigenen Hauses entstünde. Das Energieunternehmen Innogy bewirbt in einer aktuellen Mitteilung seinen so genannten Energiemanager als zentrale Schnittstelle für ein intelligentes Energiemanagement zu Hause. Die Besonderheit des Systems ist laut Innogy die Verknüpfung von Photovoltaik-Anlage, SolarCloud und Mobilität: Über die Wallbox lädt das Elektroauto immer dann, wenn es gerade zu Hause parkt und viel Solarstrom produziert wird oder im Batteriespeicher vorhanden ist. Der nicht genutzte Sonnenstrom werde automatisch in der Innogy SolarCloud gespeichert und sei bei geringer oder keiner Sonneneinstrahlung abrufbar. So sei eine Verschiebung der Solarstromnutzung in den Winter möglich, heißt es dazu.

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