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Über die Elektro-Marke Ora vertreibt Great Wall Motor seit September ein E-Crossover namens iQ. Zwei weitere batterieelekrische Modelle sollen 2019 folgen. Bild: Great Wall Motor

| von Christiane Kühl
Doch dieses Jahr brachen die SUV-Verkäufe ein – und mit ihnen der Absatz des SUV-Herstellers Great Wall Motor Das Privatunternehmen aus dem nordchinesischen Baoding verkaufte in den ersten acht Monaten 2018 mit 589 945 Einheiten um 2,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor 70 Prozent dieser Autos waren SUV und Crossover der Marke Haval Deren Verkäufe waren im Juli um 31 Prozent eingebrochen Chinas Volumenmarkt schwächelt generell aufgrund allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheit und dem Kampf Pekings gegen irreguläre Finanziers Dass die Benzinpreise stark steigen, mag den Fall der SUV verstärken Doch so ganz klar ist das bisher nicht Sie waren lange die Wachstumsmaschine des chinesischen Automarkts: Die Sportgeländewagen. Doch dieses Jahr brachen die SUV-Verkäufe ein – und mit ihnen der Absatz des SUV-Herstellers Great Wall Motor. Das Privatunternehmen aus dem nordchinesischen Baoding verkaufte in den ersten acht Monaten 2018 mit 589.945 Einheiten um 2,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 70 Prozent dieser Autos waren SUV und Crossover der Marke Haval. Deren Verkäufe waren im Juli um 31 Prozent eingebrochen. Chinas Volumenmarkt schwächelt generell aufgrund allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheit und dem Kampf Pekings gegen irreguläre Finanziers. Dass die Benzinpreise stark steigen, mag den Fall der SUV verstärken. Doch so ganz klar ist das bisher nicht.

Dass Great Wall trotzdem fürs erste Halbjahr einen um 52 Prozent gewachsenen Gewinn (auf 460 Millionen Euro) verbuchen konnte, liegt daran, dass der Autobauer dabei ist, sich breiter aufzustellen. Gewachsen sind 2018 vor allem Pickup-Trucks der Marke Wingle und die neue Premiummarke Wey. Im ersten Halbjahr 2018 setzte Great Wall bereits 76.574 der drei Wey-Modelle ab, zwei kompakten Crossovern und einem SUV. Derzeit arbeitet Great Wall zudem mit Hochdruck am Einstieg in die Elektromobilität.

Im April präsentierte es die Elektro-Marke Ora, deren erstes Modell – ein E-Crossover namens iQ – seit September zu bestellen ist. Zwei weitere Modelle sollen 2019 folgen. Im August gründete Great Wall zudem mit BMW ein Joint Venture zur Produktion von Elektro-MINI. Great Wall-Chef Wei Jianjun nannte das MINI-Projekt einen Meilenstein für seine globalen Ambitionen. Bis 2025 will Great Wall den Absatz auf zwei Millionen Autos steigern, darunter ein Drittel Elektroautos aller Firmenmarken.

Parallel setzt Great Wall auf Pickups, die in China mit einem Marktanteil von 1,3 Prozent noch eine echte Nische sind. Pickups seien der kommende Wachstumstreiber, sagte Great Wall-Vizepräsident Li Ruifeng. Der Absatz der Wingle-Pickups soll bis 2020 von derzeit 120.000 auf rund 200.000 steigen. Bis dahin will Great Wall mehrere Modelle auf den Markt bringen, mit Extras wie Vernetzung oder Offroad-Fähigkeiten. Auch sollen Design, Sicherheit, Qualität und Abgasnorm EU-Standard entsprechen. Den neuen Wingle 7 etwa möchte Great Wall langfristig in 100 Ländern verkaufen.

Great Wall ist 2018 generell umtriebig. Nicht zuletzt für Wingle entsteht derzeit eine Fabrik im südwestlichen Chongqing. Drei Werke hat der Autobauer bislang; ein weiteres vor allem für Wey-Modelle in Rizhao an der Küste ist geplant. Auch in Russland baut Great Wall eine Fabrik. Um Kosten zu sparen, kooperiert Great Wall zudem seit August mit Beijing Automotive (BAIC), etwa bei Plattformen und Antriebssträngen. Im September holte das Unternehmen zudem den Briten Phil Simmons von Land Rover als Chefdesigner für Haval nach Baoding. Ein kluger Schachzug, der im Trend liege, sagt Autoanalyst Michael Dunne von ZoZoGo: „Jahrelang hat das klobige Design den Ruf chinesischer Autos zerstört.“ Damit soll Schluss sein.