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Das österreichische Startup Has to be entwickelt Software für den Betrieb von Ladestationen. Bild: has.to.be GmbH

| von Pascal Nagel

In der Geschichte des Automobils ist die Elektromobilität noch nicht viel mehr als ein Wimpernschlag. Der neue Antrieb erfordert eine neue Infrastruktur und neue Services – und bietet somit Raum für neue Spieler im Markt. Has to be ist einer dieser Neulinge. Die Gründer Martin Klässner und Alexander Kirchgasser hatten zur richtigen Zeit den richtigen Blick für die Lücke.

Was das 2013 gegründete Unternehmen auffüllt, ist die Softwarelücke hinter der Ladehardware, die Ordnung in den Ladestationsdschungel bringt. Be.Energised heißt die Lösung der Österreicher, eine intelligente Software zu Verwaltung von Elektroladeinfrastrukturen. Es ist ein Hardware-unabhängiges Betriebssystem für Ladesäulen.

Full-Service-Anbieter in Sachen E-Mobility

Inzwischen versteht sich Has to be als Komplettanbieter im Bereich der Elektromobilität. „Wir können unseren Kunden einen vollständigen Betrieb und die Bewirtschaftung von Ladestationen und Fahrstromangeboten ermöglichen. Dabei treten wir immer als White-Label Anbieter auf, das bedeutet, der Endkunde sieht uns nicht, sondern spürt nur die Qualität der Abwicklung“, sagt Gründer Martin Klässner.

Heute beschäftigt das Startup – das eigentlich schon keines mehr ist – mehr als 45 Mitarbeiter in Radstadt, Wien und München, betreut Kunden in 27 Ländern und verwaltet mehr als 12.000 Ladepunkte mit Hilfe seiner Software. Mehr als eine Million Ladekarten werden mit Be.Energised gemanagt. 

Partner von Ionity

Zukünftig werden noch ein paar hinzukommen: Has to be ist Software-Partner von Ionity, dem Lade-Joint-Venture von BMW, Daimler, Ford, Audi und Porsche. Das Ziel ist der Aufbau eines 400 Säulen umfassenden Schnellladenetzes in Europa bis 2020. „Unsere Software sorgt für den stabilen Betrieb der Ladestationen und ermöglicht die einfache Abrechnung, egal mit welcher Ladekarte die Kunden laden möchten“, erklärt Klässner den Part seines Unternehmens im Projekt. „Außerdem betreiben wir die Hotline, bei der Kunden anrufen, wenn einmal etwas nicht funktioniert.“

Und dabei soll es nicht bleiben: In Zukunft werde die Partnerschaft intensiviert, heißt es. So arbeiten die Unternehmen etwa beim Thema Eichrecht eng zusammen. Das gemeinsame Ziel ist die Herstellung einer eichrechtskonformen Ladeinfrastruktur für die verwendeten Super High Charger. Damit kann IONITY künftig nach abgeschlossenen Normprüfungen eichrechtlich korrekt erfasste Ladevorgänge anbieten.

Die Beteiligung an Ionitys Ladenetzbemühungen zeigen: Has to be ist innerhalb weniger Jahre zum obligatorischen Partner in der Mobilitätswende geworden – auch wenn der Firmenname wohl noch immer nur Insidern bekannt ist. Martin Klässner und Alexander Kirchgasser wird es wohl kaum stören, solange ihr Unternehmen bei den wichtigsten E-Mobility-Projekten im Hintergrund die Fäden – beziehungsweise die Software – zusammenhält.

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