Der neue Volkswagen Touareg

Die dritte Generation des Touareg bekommt das bereits vom Arteon bekannte neue Markengesicht. Zudem wächst der Oberklassegeländewagen in Länge und Breite. Bilder: Volkswagen

| von Pascal Nagel

Volkswagens SUV-Familie wächst und wächst: In immer mehr Segmenten gehen aufgebockte Varianten an den Start und auch Marken wie Lamborghini oder Bentley erhalten geländetaugliche Modelle. Die Ur-Schablone bleibt allerdings der VW Touareg. Seit seinem Start im Herbst 2002 wurde von den ersten beiden Generationen rund eine Million Exemplare verkauft. Nachdem die Geschwister Audi Q7 und Porsche Cayenne bereits seit einiger Zeit runderneuert auf den Straßen unterwegs sind, ist es nun auch für VWs Oberklasse-SUV an der Zeit für eine Frischzellenkur.

Optisch trifft bei der dritten Generation Tiguan auf Arteon: Die Front des Touareg steht wie beim kleineren Bruder bullig und steil im Wind, von der Coupé-Limousine erbt das Oberklasse-SUV die bis in die Scheinwerfer ragenden Chromlamellen des Kühlergrills. Das breite Heck kann wiederum die Markenverwandtschaft zu Audi und Porsche nicht leugnen – Chromschriftzug zwischen den Rückleuchten inklusive. Trotz der stämmigen Schultern – der Touareg ist moderat breiter und auch länger geworden – bringt das SUV dank Mischbauweise aus Aluminium und Hightechstählen 106 Kilo weniger auf die Waage als sein Vorgänger.

Das Innovision Cockpit im SUV verbindet nahtlos einen zwölf Zoll großen Instrumententräger hinterm Lenkrad mit einem 15-Zoll-Display in der Mittelkonsole

Einen deutlichen Sprung hat das Interieur gemacht: Erstmals ist in einem Volkswagen das neue Innovision Cockpit an Bord. Das zwölf Zoll große digitale Cockpit hinter dem Lenkrad verschmilzt hinter einer durchgängigen Glasfront mit dem 15-ZollDisplay des Topinfotainmentsystems Discover Premium zu einer Bedien- und Entertainmenteinheit – laut den Wolfsburgern bereits eine Blaupause für das künftige Infotainmentdesign der Marke. Schalter und Knöpfe sind nahezu völlig aus dem Innenraum gestrichen.

Einen großen Schritt will Volkswagen auch in Sachen Personalisierung machen. So wird das SUV wie ein Smartphone vor der ersten Benutzung eingerichtet und auf die Wünsche und Bedürfnisse des Fahrers abgestimmt. Infotainment, aber auch Sicherheitsfeatures, sollen sich dem Kunden als vollvernetzte Einheit präsentieren und den Insassen in den Mittelpunkt stellen. Möglich werde das wie bei Konzernschwester Audi durch ein neues, zentrales Steuergerät, heißt es bei VW. Der Rechner bildet die Basis für die Fahrerassistenzsysteme des SUV – eine lange Liste: Laut Volkswagen geht der Touareg mit dem größten Spektrum an Assistenz-, Fahrdynamik- und Komfortsystemen an den Start, das jemals in einen VW integriert wurde.

Dazu gehört etwa die Nachtsichtunterstützung Night Vision, die per Wärmebildkamera Personen und Tiere in der Dunkelheit erkennt und im Digital Cockpit anzeigt. Außerdem fährt der Touareg bis 60 km/h teilautomatisiert und übernimmt das Lenken und Spurhalten sowie das Gasgeben und Bremsen. An Bord sind zudem ein Kreuzungsassistent, eine aktive Allradlenkung sowie ein Head-up-Display. Für den nötigen Durchblick bei Dunkelheit sorgt das adaptive Fernlicht IQ-Light, ein LED-Matrixscheinwerfer, der dank Kameradaten automatisch abblendet, wenn ein Verkehrsteilnehmer entgegenkommt.

Die Liste der Aggregate ist zum Marktstart in diesem Jahr allerdings kurz: In Europa stehen zunächst lediglich zwei V6-Dieselmotoren zur Verfügung. Später vervollständigen ein V6-Benziner sowie ein V8-Turbodiesel das Motorenportfolio. Eine Plug-in-Hybridvariante wird vorerst für den chinesischen Markt vorbereitet, ihr Start in Europa sei derzeit noch nicht terminiert, heißt es aus Wolfsburg. Klar sind hingegen die weiteren Schritte im Segment: Nach dem Flaggschiff kommt als Nächstes der kleine T-Cross auf Polo-Basis.

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