Mercedes-Benz A-Klasse, W177, 2018

Im Mai geht die neue Generation der Mercedes-Benz A-Klasse an den Start. Bilder: Daimler

| von Pascal Nagel

Im Mai geht die neue Generation der A-Klasse an den Start. Die Revolution findet diesmal unter dem Blech statt.

Nach dem grundlegenden Wandel vor sechs Jahren vom One-Box-Design hinzu einem sportlichen Hatchback im Stile des Einser-BMW blieben ein paar Unzulänglichkeiten wie der knappe Innenraum und die schlechte Rundumsicht. Die Kunden hat das nicht gestört. Im Gegenteil, die A-Klasse verkaufte sich besser denn je und bildet für viele Käufer den Einstieg in die Markenwelt von Mercedes.

Die neue Generation vollzieht nun auch einen grundlegenden Wandel im Innenraum. Denn wenn sie im Frühjahr auf den Markt kommt, wird sie nicht nur über das modernste Cockpit im Hause Mercedes verfügen, sondern auch über das fortschrittlichste Bediensystem, das weltweit im Kompaktsegment überhaupt angeboten wird. Es nennt sich MBUX und könnte selbst Alexa von Amazon die Stimme verschlagen. Bei MBUX (das steht für Mercedes-Benz User Experience) läuft fast alles über die Bildschirme. Plural? Ja, die A-Klasse besitzt gleich zwei Displays (zumindest in der Topausstattung), vereint unter einer riesigen Glasfläche, ganz ähnlich dem Widescreen in S- und E-Klasse. „Die A-Klasse spricht unsere jüngsten Kunden an und die Millennials wollen coole Features“, sagt Entwicklungsvorstand Ola Källenius.

Das MBUX-System lernt durch seine künstliche Intelligenz den Fahrer bei jeder Benutzung besser kennen, weiß um seine Gewohnheiten beim Fahren, kennt seine täglichen Routen, seine Lieblingsmusik oder den Lieblingssender. Gestartet wird die Sprachsteuerung mit der Begrüßung „Hey Mercedes“ (installiert sind 23 Sprachen). Das Tolle: Man braucht nicht einmal stereotypische Anweisungen zu formulieren, sondern kann munter drauf los plappern. Ein „Mir ist kalt“ reicht, damit MBUX die Temperatur im Auto erhöht. „Ich habe Hunger“ blendet auf dem Display die Restaurants entlang der Strecke ein.

Auch die restliche Bedienung per Touchscreen, per Touchpad auf der Mittelkonsole oder auf dem Lenkrad ist einfach und läuft nahezu intuitiv. Für die graphische Darstellung liefert Nvidia den derzeit schnellsten Prozessor, den es im Pkw zu kaufen gibt. Ansichten und Bilder erscheinen in höchster Brillanz. Wie beim iPad können animierte 3D-Bilder des Autos mit dem Finger gedreht, vergrößert oder verkleinert werden. Auf dem linken Monitor – jener hinter dem Lenkrad – lassen sich je nach Geschmack und Stimmung verschiedene Rundinstrumente und Ansichten darstellen. Selbst eine Navigations-Karte mit Augmented-Reality-Technologie in Echtzeit ist möglich.

Dass Mercedes nicht nur beim Thema Infotainment und Sprachsteuerung führend, sondern auch in Sachen Assistenzsysteme Maßstab sein will, zeigt die lange Liste der elektronischen Helferlein. Als erstes Fahrzeug in Segment kann die neue A-Klasse teilautonom fahren, auf der Autobahn sogar selbstständig überholen. Zudem weiß sie stets, wie die Strecke vor ihr verläuft, um beispielsweise vor einer Kurve rechtzeitig vom Gas zu gehen. Fast schon daran gewöhnt haben wir uns an Verkehrszeichen-, Fußgänger-, Radfahrer- und Querverkehr-Erkennung, an Spurhaltung, Abstandsradar, Totwinkel-Warner, Müdigkeitssensor, Notbremsassistent und dergleichen mehr.

Bei so viel neuer, digitaler und elektronischer Ausstattung tritt das Design der neuen A-Klasse fast in den Hintergrund. Design-Direktor Gorden Wagener verpasst dem Kompaktmodell gegenüber der Vorgängerversion glattere Flächen, ohne es am sportlichen Auftritt mangeln zu lassen. In der Außenlänge wuchs der kompakte Benz um stolze 12 Zentimeter auf 4,41 Meter. Hauptsächlich kommt dies dem Kofferraum zugute, der mit 370 Liter jetzt 29 Liter mehr fasst als zuvor. Verschwunden ist glücklicherweise die viel zu eng geschnittene Heckklappe. Der Grund war, man wollte das Geld für zweiteilige Rückleuchten sparen. Jetzt sind sie zweigeteilt und es stehen 20 Zentimeter mehr Ladebreite zur Verfügung. Den Preis für die A-Klasse wollen die Stuttgarter erst im März bekannt geben, wenn die Bestellbücher geöffnet werden. Günstiger wird der Spaß sicher nicht. Das Vorgängermodell startete mit 24.681 Euro.

sp-x/red

Der Eintrag "freemium_overlay_form_cit" existiert leider nicht.