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| von Werner Beutnagel

Ein Konzept, das in dieser Klasse künftig auch der Opel Adam verfolgen soll und das bei Citroen an den einstigen 2CV erinnert. Mit der legendären „Ente“ und späteren Cabrio-Limousinen wie Visa und Pluriel verbindet den nach oben offenen DS3 dennoch nicht mehr als fünf Sitze und das Frischlufterlebnis. Denn der DS3 steht mit Faltverdeck mehr noch als sonst für kostspieligen Lifestyle. Davon künden auch die Preise, die bei 17.790 Euro für das Basis-Cabrio mit 60 kW/82 PS leistendem Dreizylinder-Benziner beginnen. Immerhin 2.800 Euro beträgt der Aufpreis gegenüber der konventionellen Limousine, dafür gibt es ein Faltverdeck, das sich elektrisch bis Tempo 120 öffnen und schließen lässt. Wer mehr Leistung wünscht, kann das DS3 Cabrio auch mit Vierzylinder-Benzinern bestellen und zwar mit 88 kW/120 PS (ab 21.120 Euro) oder 115 kW/156 PS (ab 23.810 Euro) oder als sparsamen 68 kW/92 PS-Diesel (ab 22.920 Euro).

Billiger lässt sich die Sonne derzeit nur in den Einstiegsversionen des viersitzigen Fiat 500 und in den Zweisitzern von Smart und Renault (Wind) genießen. Vor allzu viel Fahrtwind und sonnengeflutete Offenheit schützen feststehende Türrahmen, B- und C-Säulen sowie der sich hinten auftürmende Textilberg des zurückgeschobenen Verdecks.

Deshalb eignet sich der DS3 auch bestens für den Genuss von „le soleil“ an klaren Wintertagen oder an frischen Frühlingstagen. Andererseits hat der Fahrer im geöffneten DS3 leider nicht den Himmel im Blickfeld wie etwa im Mini Cabrio. Dafür kostet der Engländer mit Stoffdach mindestens 3.000 Euro mehr als sein französischer Rivale. Der übrigens dank seiner fünf Plätze (hinten finden allerdings nur Kinder akzeptable Raumverhältnisse) über eine Alleinstellung im kleinsten Open-Air-Segment verfügt. Passend dazu bietet der DS3 auch das mit deutlichem Abstand größte Gepäckraumangebot der kleinen Luftikusse: 245 Liter, also sogar voluminöse Reisekoffer, fasst das gut geschnittene Transportabteil, das sich durch umlegbare Rücksitze noch erweitern lässt. Alles gut also, wäre da nicht das Ärgernis einer viel zu kleinen Ladeluke zum Kofferraum.

Überzeugend ist dafür das Wind- und Fahrgeräusche gut dämmende Stoffverdeck. Das Dach lässt sich in 16 Sekunden elektrisch öffnen und dies in drei Positionen: „Halboffen“ nur über den Vornsitzenden, „bis zur Heckscheibe“ auch für die Fondpassagiere und „Ganz offen“ mit Frischluft von hinten, dann jedoch mit Sichteinschränkung durch einen Verdeckberg wie weiland im VW Käfer Cabriolet. Zu einem Frischluftstar mit einem Hauch Avantgarde á la DS machen den kleinen Franzosen verschiedene Accessoires wie eine Palette außergewöhnlicher Verdeckfarben und -muster. So leuchtet das Textildach im Farbton „Infini-Blau“ je nach Lichteinfall in Tönen von Blau bis Violett, als Muster gibt es zudem ein DS-Monogramm auf Jacquardstoff. Nicht nur modebewusste Damen werden an solchen Details Freude finden.

Temperamentvolles Glanzstück beim Antrieb ist der Turbo-Benziner mit 115 kW/156 PS, der eine Mühelosigkeit der Fortbewegung ermöglicht, die so weder das Fiat Abarth 500 Cabrio noch das Mini Cooper Cabrio bieten, die beide fast schon zu straff-hart ausgelegt sind und weniger liebevoll verarbeitet wirken als der Franzose. Tatsächlich setzt Citroen mit der Fahrwerksabstimmung des DS3 Maßstäbe, vor allem in der Top-Version, die verbindlich und dennoch komfortabel wirkt. Außerdem ist im stärksten DS3 ein Sechsgang-Getriebe an Bord, das sich deutlich präziser schalten lässt als die Fünfgang-Box bei den beiden schwächeren Benzinern. Für den Stadtverkehr und den Bummel über Shoppingboulevards genügt jedoch auch der preiswerte und sparsame Dreizylinder-Benziner, dessen Sound bereits vom Knausern kündet. Sparkönig im Cabrio ist allerdings der einzige angebotene Diesel, der „e-HDi 90“ mit 68 kW/92 PS Leistung und einem Verbrauch von 3,8 Liter auf 100 Kilometer. In Kauf nehmen muss man dafür aber die gewöhnungsbedürftige Charakteristik des serienmäßigen automatisierten Schaltgetriebes.

Der Ausstattungskatalog lässt beim Cabrio viel weniger Spielraum für Individualisierungen als bei der Limousine. Allerdings erwartet Citroen Deutschland vom Cabrio auch nur 2.500 Zulassungen pro Jahr. So soll der charmante Sonnenkönig vor allem Imagebeschleuniger für die ganze DS-Baureihe sein.sp-x/wn

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