VOLVO V60 Cross Country

Auch der neue V60 kommt wieder in der Offroad-Version Cross Country. Bilder: Volvo

| von Pascal Nagel

Dass eine Idee gut ist, lässt sich auch daran erkennen, dass sie ihre Nachahmer findet. Mit den Cross Country-Modellen ist das nicht anders. Volkswagen, Audi, Mercedes-Benz – sie alle haben inzwischen Offroad-Versionen ihrer Kombis im Gepäck. Volvo wehrt sich gegen die Konkurrenz mit der konsequenten „Rustikalisierung“ ihrer eigenen Modelle. Nach dem V90 ist nun der kleine Bruder V60 an der Reihe.

Im Vergleich zum normalen V60 fällt vor allem der Höhenunterschied ins Auge: Um 65 Millimeter wächst der V60 CC auf dann 210 Millimeter Bodenfreiheit. Damit liegt der Kombi auf einem Niveau mit dem SUV-Bruder XC60. Ein neuer Kühlergrill und die schwarzen Plastik-Schutzleisten an Seitenschwellern und Radhäusern lassen den Cross Country als Geländemodell erkennen.

Ansonsten bleiben die Maße im Vergleich zum V60 unverändert. Lediglich in der Länge wächst der CC um rund zwei Zentimeter. Motorseitig steht der D4-Diesel mit 190 PS zur Verfügung – angetrieben werden selbstredend alle vier Räder.

Der Schwede macht auch auf steinharter Eispiste zu jeder Zeit eine gute Figur.

Um zu testen, ob der Volvo nicht nur nach Offroad aussieht, sondern auch tatsächlich auf schwierigem Terrain eine gute Figur macht, muss man natürlich den Asphalt verlassen. Im Österreichischen Faistenau geht es mit dem V60 Cross Country also auf Schnee und Eis.

Die Bedingungen könnten nicht besser sein: knackige Minusgrade, meterhoher Schnee, eine steinhart präparierte Piste. Grip? Nur zu Beginn. Mit jeder Runde auf der Strecke wird der Untergrund glatter. Dem V60 macht das nur wenig aus. So schnell wie das Heck auf der eisigen Strecke ausbricht, so schnell hat sich der Kombi auch wieder gefangen.

Dafür sorgt zum einen die intelligente Allradsteuerung, die die Antriebskraft je nach Situation auf die Vorder- sowie Hinterräder verteilt. Zum anderen erkennt die Fahrdynamikregelung ESC (Electronic Stability Control) die kleinste Abweichung von Fahrtrichtung zu Lenkvorgabe und Seitenneigung der Karosserie. Droht ein Ausbrechen des Fahrzeugs, reagiert das System mit einer gezielten Reduzierung der Motorleistung und Bremsimpulsen an einem oder mehreren Rädern.

Zum Infotainmentsystem gehört auch eine volldigitale 12,3 Zoll große Instrumententafel.

Nur wer sich durch den neun Zoll großen Touchscreen des Sensus Connect Infotainmentsystems wischt und wohlüberlegt sämtliche Assistenten inklusive des ESCs ausschaltet, bekommt das kalte Element unter den Reifen wirklich zu spüren. Dann weiß der Fahrer, was er im Notfall an den technischen Helfern hat.

Sicherheit und Offroad-Tauglichkeit haben allerdings ihren Preis: Mit 52.350 Euro liegt der Basispreis des Cross Country rund 10.000 Euro über dem Einstiegsmodell des V60 mit dem gleichen Motor. Seine Kunden dürfte der V60 CC dennoch finden: Die drei meistverkauften Modelle der Schweden in Deutschland sind die SUVs XC40, XC60 und XC90. Volvo rechnet damit, dass sich der V60 in diesem Jahr einen Platz auf dem Treppchen ergattert. Und bei der offensichtlichen SUV-Liebe der Kundschaft, dürften nicht wenige der verkauften Kombis im rustikalen Stil daherkommen.