| von Stefan Grundhoff

Der Weg von Mazda bei seinem elektrischen Erstlingswerk ist allemal mutig. Denn der 4,39 Meter lange Mazda MX-30 setzt in erster Linie auf zwei Kernwerte: neben dem auffälligen Design mit langer Haube, Kontrastdach und gegenläufig zu öffnenden Türen steht neben dem schicken Innenraum der Fahrspaß im Vordergrund. Und da haben die japanischen Entwickler einen klasse Job gemacht. Der knapp 1,7 Tonnen schwere Fronttriebler sieht nicht nur schick aus – er fährt sich wie ein echter Spaßmacher – wenn es nicht zu sportlich wird. Direkte Lenkung, genug Schub von unten und dazu ein Auftritt, der nicht nur bei einer Tour durchs bergische Land für Aufsehen beim Publikum sorgt. Gelungen abgestimmt ist das allerdings nicht einstellbare Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen vorn inklusiv unteren Dreieckslenkern und einer Verbundlenkerachse – straff, aber nicht sportlich. So soll es sein und das können sie bei Mazda.

Dazu gibt einen schicken Innenraum, der mächtig an aktuelle Volvo-Modelle erinnert. Helle Sitze mit Textil- und Ledereinsätzen, dazu wenige Schalter und praktische Ablagen – alles sehr pur, sehr nüchtern gehalten. Um das Ökoambiente perfekt zu machen, gibt es sogar Applikationen und Flächen aus Kork. Doch der coole MX-30 hat auch so seine Macken, denn so flott und spaßig man mit ihm unterwegs sein kann: für lange Strecken ist der Japaner nicht geeignet und die maximale Reichweite von rund 200 Kilometern fährt deutlich hinter der Elektro-Konkurrenz her.

Die linke Spur auf der Autobahn ist tabu

107 kW / 143 PS und ein maximales Drehmoment von 271 Nm sind allzu wenig, wenn man auch einmal etwas länger schnell unterwegs sein möchte. Und einen Abstecher auf die Autobahn sollte man sich gut überlegen, denn abgeregelte 140 km/h sind doch etwas wenig des Guten, wenn man Strecke machen will. Selbst ein Smart ist mittlerweile knapp 150 km/h schnell und so bleiben die linken Spuren ein Tabu, das es nicht geben sollte. Besser sieht es auf Landstraßen auf, denn hier punktet der MX-30 nicht nur mit seiner ausgewogenen Achslast, sondern auch den fünf Rekuperationsstufen, die am Lenkrad schaltbar sind und allemal Laune machen, wenn man vor Kurven herunter- und danach wieder raufschaltet.

Wer beim MX-30 aufs Gas drückt, genießt übrigens keine Ruhe vor dem Sturm, denn während andere Elektroautos betont lautlos unterwegs sind, surrt der MX-30 mit steigendem Tempo künstlich vor sich hin. Stört nicht - lässt sich leider aber auch nicht abstellen. Die Mazda-Verantwortlichen begründen die mäßigen Fahrleistungen auf Autobahn und Landstraße mit dem bevorzugten Einsatzgebiet des MX-30 in der City. Gerade hier soll der Japaner seine neuen Kunden mit dem Stecker in der Hand finden. Daher gibt es trotz optischer Offroadelemente auch keinen Allradantrieb oder ernsthafte Geländeambitionen.

Mazda setzt bewusst auf Design im Innenraum

Der Kunde hat die Wahl zwischen einem hellen Interieur mit Textileinsätzen und einem dunklen in Kunstleder. Eine Echtlederausstattung fehlt ebenso wie eine Sitzheizung hinten und komplett animierte Instrumente. Etwas betagt wird das Digitaldisplay noch von zwei analogen im Cockpit umrahmt. Dafür ist alles sehr übersichtlich und wertig zugleich. Die wichtigsten Infos gibt es ergänzend noch auf einem Head-Up-Display, das im Vergleich zur Konkurrenz jedoch durchaus etwas größer sein könnte.

Das gilt auch für das Multifunktionsdisplay, das in der Mitte aus der Armaturentafel herausragt. Bedient wird der Controller oder per Sprache – klappt einwandfrei. Wenig praxisgerecht sind die gegenläufig zu öffnenden Türen, die vor Jahren bereits dem BMW i3 zu Verhängnis wurden. Dabei ist es weniger die Konstruktion an sich und dass sich die hintere Tür nur dann öffnen lässt, wenn die vordere bereits aufgeschwungen ist, sondern das düstere Fondabteil.

Der Kunde hat die Wahl zwischen einem hellen Interieur mit Textileinsätzen und einem dunklen in Kunstleder. Eine Echtlederausstattung fehlt ebenso wie eine Sitzheizung hinten und komplett animierte Instrumente. Etwas betagt wird das Digitaldisplay noch von zwei analogen im Cockpit umrahmt. Dafür ist alles sehr übersichtlich und wertig zugleich. Die wichtigsten Infos gibt es ergänzend noch auf einem Head-Up-Display, das im Vergleich zur Konkurrenz jedoch durchaus etwas größer sein könnte. Das gilt auch für das Multifunktionsdisplay, das in der Mitte aus der Armaturentafel herausragt. Bedient wird der Controller oder per Sprache – klappt einwandfrei.

Wenig praxisgerecht sind die gegenläufig zu öffnenden Türen, die vor Jahren bereits dem BMW i3 zu Verhängnis wurden. Dabei ist es weniger die Konstruktion an sich und dass sich die hintere Tür nur dann öffnen lässt, wenn die vordere bereits aufgeschwungen ist, sondern das düstere Fondabteil. Das 310 Kilogramm schwere Akkupaket von Panasonic mit einer Leistungsfähigkeit von 35,5 kW ist flach im Unterboden verbaut und reicht nach dem WLTP-Zyklus eben nur für rund 200 Kilometer. Auch wenn das für die meisten Fahrten im Cityalltag locker ausreichen dürfte: weniger bieten nur Honda E und Smart EV, denn selbst die Klein- und Kompaktwagen wie Opel Corsa E, Peugeot E-208 oder ein VW ID.3 bieten mit dem kleinsten Akkupaket 330 Kilometer ohne nachzuladen.

Marktstart ist im September

Und das geschieht zumindest an der heimischen Wallbox alles andere als schnell, weil nur einphasig geladen werden kann. Besser man parkt an einer Schnellladesäule bis 50 kW, dann erstarkt der Lithium-Ionen-Akku in rund einer halben Stunde wieder auf seine volle Leistungsfähigkeit. Auf 100 Kilometern verbrauch der Mazda MX-30 17,3 kWh – wer es sachte angehen lässt, noch weniger.

Seinen Marktstart feiert der Mazda MX-30 am 25. September und der Vorverkauf läuft bereits. Schon angesichts der üppigen öffentlichen Förderung von 9.480 Euro sollten die Händler keine Probleme haben, die für Deutschland in diesem Jahr vorgesehenen 2.500 Fahrzeuge zu verkaufen. Der Basispreis von 33.134 Euro für die sogenannte First Edition reduziert sich so auf 23.654 Euro. Doch im harten Wettbewerb der kommenden Jahre unter den neuen Elektro-Crossovern dürfte sich der Mazda MX-30 schwertun, wenn in Sachen Ausstattung und Reichweite nicht nachgelegt wird.

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