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Kaum ein Fahrzeug bringt den Spirit der IAA 2019 so auf den Punkt wie der vernetzte und elektrische ID.3. BIld: Pascal Nagel

| von Claas Berlin

Viel ist diskutiert worden im Vorfeld der weltgrößten Automesse: Vor allem aufgrund angekündigter Proteste steht der Einfluss von Herstellern und ihren Modellpaletten auf das Klima im Fokus wie nie zuvor. Gleichzeitig scheint die IAA als Institution an Reichweite zu verlieren: Viele Hersteller, vor allem aus dem Ausland, sind der Messe 2019 fern geblieben, stattdessen wurden wichtige ITK-Player mit ins Boot geholt. Die Richtung der IAA ist klar: Mehr alternative Antriebe, mehr Digitalisierung und mehr neue Mobilität.
 
10. September
+++ 8:30 +++

Mit dem i Hydrogen Next zeigt sich BMW für den Antrieb der Zukunft technologieoffen. Bild: Pascal Nagel

Das Programm des erstes IAA-Pressetages beginnt mit BMW. Die Münchener warten mit deutlich abgestecktem Messestand auf. Eine eigene Halle? Nicht in diesem Jahr. Im Zentrum des Messeauftritt des Münchener Premiumherstellers steht – wie bei einem Großteil der anderen Hersteller – das Thema Elektromobilität. „Wir erwarten bis 2030 ein starkes Wachstum auf diesem Feld. Als Pionier für E-Mobilität in Deutschland sehen wir uns für die Zukunft gut gewappnet“, betont BMW-CEO Oliver Zipse in Frankfurt. Gleichzeitig sorge man sich auch um die Themen Nachhaltigkeit und Menschenrechte. „Wir nutzen keine seltenen Erden in unserer aktuellen E-Motor-Generation und Kobalt beziehen wir direkt aus Minen in Australien und Marokko“, so der BMW-Chef.

Bis 2021 möchte der OEM eine Million Stromer absetzen. Neben einem wachsenden Portfolio an batterieelektrischen Fahrzeugen spielt aber auch die Brennstoffe in den Gedankenspielen der Münchner eine wichtige Rolle. Ab 2022 launcht BMW zahlreiche neue Fahrzeuge in diesem Segment. Den Auftakt macht der BMW i Hydrogen Next.
 
+++ 9:05 +++
Opel-Chef Michael Lohscheller und Fußball-Trainer und Markenbotschafter Jürgen Klopp eröffneten gemeinsam den Messeauftritt der Marke, die in den Tagen der IAA fünf Premieren bereithält. Dazu zählt der Corsa-e, mit dem man – ganz zeitgemäß – lokal emissionsfrei unterwegs sein will. Wie Lohscheller betont, habe man Opel in den letzten Jahren gedreht. Dies sei echter Mannschaftssport. Der elektrifizierte Corsa, der für unter 30.000 Euro immerhin 330 Kilometer Reichweite biete, soll dies belegen. Opel hat von der Erfolgsbaureihe, die 1982 an den Start ging, bislang immerhin 13,6 Millionen Fahrzeuge verkauft.
 
Obwohl auch die Rüsselsheimer zu den Autobauern gehören, die ihren Messestand auf der IAA in diesem Jahr verkleinert haben, unterstreicht Opel-CEO Michael Lohscheller im Roundtable-Gespräch die Wichtigkeit von Automessen wie etwa in Frankfurt oder Genf. „Für uns geht es nicht darum den größten Messestand zu haben, sondern neue Produkte zu präsentieren. Das unterstreichen wir auch mit zahlreichen Weltpremieren auf der IAA.“
 
Auch in Sachen E-Mobilität geht man bei der PSA-Tochter neue Wege. Im Laufe dieses Jahres werde eine Entscheidung im Bereich einer eigenen Batteriezellfertigung fallen, so der Opel-CEO. „Wir rechnen schon bald mit dem Hochlauf der Technologie. Natürlich wollen wir uns in diesem Zuge auch unabhängiger von externen Lieferanten machen“, bemerkt Lohscheller
 
+++ 9:30 +++

Daimler-CEO Ola Källenius stellt den Vision EQS vor. Bild: Pascal Nagel

Während BMW seinen Messeauftritt in Frankfurt deutlich zurückgefahren hat, bleibt man sich bei Daimler mit einer kompletten Halle treu. „Die tiefgreifende Veränderung der Mobilität wird durch Elektromobilität bestimmt. Bis Ende des Jahres werden konzernweit mehr als 20 teil- oder vollelektrische Modelle unser Fahrzeugportfolio ergänzen“, sagt Daimler-CEO Ola Källenius. Elektromobilität werde zum eigenen Kerngeschäft, so Källenius. Mit der Elektrifizierung von Smart Fortwo und Forfour verabschiedet sich Daimler in dieser Fahrzeugklasse bereits komplett vom Verbrenner. Die Zukunft der elektrischen Mobilität demonstriert der Stuttgarter OEM mit der Vision EQS – einer vollelektrischen Oberklasse-Limousine. Källenius zum Vision EQS: „Modern Luxury ist nicht Opulenz. Wir fokussieren uns auf eine klare Linie.“ One-Bow-Design nennt Källenius das Prinzip.

Zentrale Bausteine der Mobilität bei Daimler sind neben der Elektromobilität auch das autonome Fahren und die Digitalisierung von Fahrzeugen sowie den Vertriebsprozessen. „Dank der Ideen und des Erfindergeists unser 300.000 Mitarbeiter mache ich mir um die Zukunft bei Daimler keine Sorgen“, unterstreicht Källenius. Källenius unterstützt eine CO2-Steuer. „Finanzielle Aspekte können ein Anreiz zum Wandel sein!“
 
Mercedes-Benz Vision EQS
Bilder: Daimler
 
+++ 10:20 +++
Kaum ein Fahrzeug prägt die IAA derart wie Volkswagens ID.3, den der Wolfsburger Hersteller hier erstmals unverhüllt vorstellt. Dreieinhalb Jahre Vorarbeit stecken in dem Fahrzeug, das eine Neuausrichtung Volkswagens einläuten soll. Unter anderem unterstreichen die Wolfsburger dies mit einem neuen Markenauftritt. „Die ID-Familie soll das Gesicht unserer Flotte werden“, erklärt Konzernchef Herbert Diess. Elektromobilität solle sich auch bei Geringverdienern durchsetzen, etwa durch intelligente Anreize im Bereich der Besteuerung, ein größeres Modellangebot und eine stärkere Ladeinfrastruktur. „Klimaschutz wird zum Innovationsmotor“, ist Diess überzeugt.
 
Volkswagen ID.3
Bilder: Volkswagen
 
+++ 11:00 +++
Audis neue Vertriebschefin Hildegard Wortmann gibt einen Ausblick auf die neue e-tron-Familie. Im kommenden Jahr gehen e-tron GT, Q4 e-tron und das SUV-Coupé e-tron Sportback an den Start. Nach dem AI:CON, AI:ME und AI:RACE folgt der AI:Trail, eine Konzeptstudie für emissionsfreies Offroad-Erlebnis. Generell geht es bei Audi nicht nur um die Elektrifizierung von vierrädrigen Fahrzeugen: Im nächsten Jahr launcht der Ingolstädter OEM einen eigenen E-Scooter. „Wir verändern unsere Marke nachhaltig und richten uns voll auf die Zukunft aus“, erklärt Audi-CEO Bram Schot. Der ökologische Fußabdruck soll jedoch bei nicht nur auf der Straße kleiner werden. Bis 2025 soll die Produktion der VW-Tochter CO2-neural werden.
 
Audi AI:Trail
Bilder: Audi
 
+++ 11:15 +++

Continental-Chef Elmar Degenhart möchte die Werke des Zulieferers bis 2040 klimaneutral gestalten. Bild: Continental

Continental kündigt derweil in Person von Boss Elmar Degenhart an, bis 2040 in seinen Werken vollständig CO2-neutral produzieren zu wollen. „Die Mobilität der Zukunft muss klimafreundlich, wirtschaftlich und sozial sein“, erklärt Degenhart. Eine ausgeglichene CO2-Bilanz sei nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von Vorteil. Als Zwischenschritt will Conti an seinen Standorten bis Ende kommenden Jahres ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen einsetzen.

„Wir wollen noch energieeffizienter werden“, so der Manager weiter. Im Verhältnis zur Umsatzentwicklung wolle man im nächsten Jahrzehnt ein Fünftel weniger Energie verbrauchen. Eine CO2-Neutralität der ganzen Autobranche sei bis zum Jahr 2050 möglich, prognostiziert der Conti-Chef. Derzeit seien jedoch Energiepreise und Unternehmenssteuern vielfach zu hoch, da müsse die Politik den Unternehmen stärker entgegenkommen.

+++ 11:30 +++

ZF-Chef Wolf-Henning Scheider betonte auf der IAA, dass man klar hinter den Klimaabkommen stehe. Ein Verzicht auf Mobilität sei jedoch nicht der richtige Weg, so Scheider, vielmehr zähle man auf ein richtiges Angebot pragmatischer Lösungen. Es gelte, die Mobilität auf Dauer sauber und erschwinglich zu halten. ZF verfolge dazu etwa bei der E-Mobilität einen breiten, offenen Ansatz. Bei den Produkten nennt er die E-Achse für Busse sowie der 2-Gang-E-Antrieb wie auch Technologien, die bei Plug-in-Hybriden die Reichweite vergrößern – das sogenannte EVplus-Konzept.
 
+++ 11:45 +++
Rund eineinhalb Jahre nach dem Konzept auf der CES zeigt Byton auf der IAA die Serienversion es M-Byte. Ein Highlight des Modells: Das gewaltige Display im Fahrzeug, das im Vergleich zur vorangegangenen Studie nahezu unverändert geblieben ist. „Viele haben gesagt, wir würden es nicht schaffen. Sie haben gesagt, ein Smart Device auf Rädern sei eine Mission Impossible“, sagt CEO Daniel Kirchert, der inzwischen mehr als 1.600 Mitarbeiter auf drei Kontinenten unter sich hat. Der M-Byte soll in Europa bei 45.000 Euro starten – eine deutliche Kampfansage an die Konkurrenz, die etwa für den E-Tron einen deutlich höheren Preis aufruft.
 
Byton M-Byte
Bilder: Byton
 
+++13:10 +++
Über die IAA sagt Bosch-Chef Volkmar Denner, dass sie bewege. Emissionsfreie Mobilität sei möglich, wenn sie bezahlbar bleibe. Beim Unternehmen stelle man sich die Automobilität nicht nur elektrisch und vernetzt, sondern auch personalisiert vor. Darunter, so Denner, verstehe man Services für den besten Weg zum Ziel. Für Benziner und Diesel, die auch künftig das Gros der Neuwagen bilden, gelte es,  die entsprechenden Technologien weiterzuentwickeln. Alleine bei der Elektromobilität habe Bosch binnen 18 Monate 13 Milliarden Euro Orderwert erzielen können. Zudem entwickle man weiter an der Brennstoffzelle und wachse im Bereich der Fahrerassistenzsysteme.
 
+++ 14:50 +++
Das autonome Fahren fristet auf der diesjährigen IAA bei den Autobauern eher ein Schattendasein. Anders sieht es bei den Zulieferern aus. So zeigt Webasto in Frankfurt erstmals das sogenannte Roof Sensor Module. Die Lösung soll Sensoren, Kameras und zugehörige Features in das Dachsystem autonomer Fahrzeuge integrieren. Ein intelligentes Thermo- und Reinigungsmanagement sorgt dafür, dass die Sensorik auch bei schwierigen Witterungsverhältnissen funktioniert.
 
11. September
 
+++ 9:45 +++
EDAG stellt in seinem fünfzigsten Jahr das achtzehnte Konzeptfahrzeug vor. Das Team spricht über die Zukunft der Mobilität und den Transformationsprozess der Branche. Das Konzept, der sogenannte CityBot, zeigt Lösungen auf, ein autonomes Fahrzeug für Transportfragen im urbanen Alltag. Für abgesperrte Bereiche in Städten bietet das Fahrzeug einen separaten Triebkopf mit Brennstoffzelle sowie einen Avatar zur Kommunikation mit der Umwelt. Dahinter können verschiedene Module angekoppelt werden.
 
 
+++ 10:00 +++

Beim Zulieferer Hella stehen die Themen autonomes Fahren und Dual Voltage Systeme im Fokus. Bild:: Pascal Nagel

Zulieferer Hella konzentriert sich auf Zukunftsthemen wie autonomes Fahren und Elektrifizierung. Folgerichtig hat man sich in diesem Jahr in der New Mobility World auf der IAA angesiedelt. „Wir müssen Kooperationen eingehen, Joint Ventures gründen. Sonst können wir die Herausforderungen der Zukunft nicht angehen“, sagt Hella-Chef Rolf Breidenbach. „Wir müssen deutlich schneller sein und wesentlich fokussierter auf die tatsächlichen Kundenwünsche. Das geht nicht mit seitenlangen Verträgen und starren Partnerschaften“

Der Zulieferer möchte in Zukunft zu sämtlichen Stufen der Elektrifizierung beitragen. Ein Beispiel: Dual Voltage Systeme. Bei Hella sehe man großes Effizienzpotenzial in der intelligenten Kombination aus 12-Volt- und 48-Volt-Systemen. Auch das autonome Fahren wurde als Kerngeschäft für die künftige Aufstellung identifiziert. Hier wolle man Sensorik und Lenksysteme liefern. Auch Lidar-Systeme sollen schon in Kürze zu wirtschaftlich sinnvollen Preisen verfügbar sein, kündigt Breidenbach an.

Nicht zuletzt bleibt Hella natürlich seinen Wurzeln im Markt mit Lichtsystemen treu. Hier arbeitet man derzeit an digital gesteuerten Matrix-LED-Lösungen. In künftigen Generationen können bis zu 15.000 einzelne LED-Pixel individuell kontrolliert und angesteuert werden. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll die Lösung auf dem Markt sein.
 
+++ 10:30 +++
Frédéric Lissalde, President und CEO von BorgWarner, thematisiert anlässlich der IAA-Pressekonferenz des Unternehmens speziell die Effizienz elektrischer Fahrzeuge. Man verstehe alle Elemente des Antriebs und arbeite an Produkten, vom Laden bis zum Antrieb der Räder und fokussiere das Thema der Effizienzoptimierung der Systeme.
 
+++ 11:00 +++
Volkswagen Financial Services stellt auf der IAA-Pressekonferenz die Wachstumspläne bis 2025 vor. Ziel sei es, Flottenanbieter Nummer 1 zu werden, betont Jens Legenbauer, Sprecher der Geschäftsführung. Während VWs Finanzierungs- und Dienstleistungssparte dieses Ziel in Deutschland bereits erreicht habe, solle nun auch der Durchbruch in ganz Europa gelingen. In sechs Jahren möchte die VW-Tochter mehr als 2,8 Millionen neue Leasingverträge abschließen und 60 Millionen digitale Touchpoints schaffen. Große Bedeutung misst Volkswagen Financial Services dem ersten vollelektrischen ID.3 bei. „80 Prozent der E-Fahrzeuge von VW sollen künftig über Leasing abgewickelt werden“, unterstreicht Legenbauer.

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