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Volvo legt den erfolgreichen Kombi V60 neu auf. Die Neuauflage präsentiert sich durchaus gelungen. Bilder: Volvo

| von Werner Beutnagel

Um die Eingangsfrage gleich zu beantworten: Der 4,76 Meter lange Schwede macht auch im Konkurrenzumfeld der deutschen Premiummarken eine gute Figur. Das hat auch etwas mit dem gelungenen Design und den ausgewogenen Proportionen zu tun. Die Gestalter verzichten bei ihrem Entwurf bewusst auf opulente Formen. Die Neuauflage des V60 ist geradezu puristisch gezeichnet und besticht durch markante Linien. Auch der Innenraum folgt dieser reduzierten Designsprache.

Das Cockpit wird von einem 12,3-Zoll-Display dominiert. Über den Touchscreen lassen sich zentrale Fahrzeugfunktionen steuern.

Stilistische Gimmicks sucht man vergebens. Es herrscht Klarheit an Bord. Das Cockpit dominiert ein 12,3-Zoll-Touchdisplay, über das der Fahrer nach kurzer Eingewöhnung das komplette Infotainment steuern kann. Ein optionales Head-up-Display erleichtert die Bedienung zusätzlich. Auffällig: die gediegene Verarbeitungs- und Ausstattungsqualität, die vor allem in der gehobenen Ausstattungslinie Inscription zum Tragen kommt. Ein Highlight ist das auf Wunsch verfügbare Soundsystem von Bower & Wilkins – es besticht durch seinen feinen, hellen und austarierten Sound.  

Neuer V60 mit Benzin- und Dieselmotoren verfügbar

Kerniger klingen die Vierzylinder-Motoren. Zum Start bieten die Schweden drei Varianten an, die allesamt die neue Abgasnorm 6d-TEMP erfüllen: zwei Diesel (110/140 kW) und einen Benziner, der als so genannter T6 satte 228 kW leistet und sich entsprechend in Szene setzt. Der potente Allradler, der immerhin 2,3 Tonnen auf die Waage bringt, lässt sich spielerisch dirigieren und folgt trotz der leicht synthetisch agierenden Lenkung willig dem kurvigen Geläuf, begleitet von einer Achtgang-Automatik, die passgenau die Gänge sortiert, ohne dabei übertriebene Hektik aufkommen zu lassen.

Leichte Komfortschwächen offenbart das optionale adaptive Fahrwerk, das nicht in jeder Lage höchsten Ansprüchen genügt. Dafür glänzt die Neuauflage des V60 mit seiner umfangreichen Sicherheitsausstattung, sei es bei der Prävention als auch bei der passiven Sicherheit. Zahlreiche Assistenzsysteme wie das „Oncoming Lane Mitigation“ oder „Road Edge Detection“ ersticken durch gezielte Lenkeingriffe und Bremsunterstützung Kollisionen bereits im Keim. Falls der Crash sich nicht vermeiden lässt, steht mit „Volvo on Call“ ein Notrufsystem zur Verfügung.

Der Laderaum des Schweden fasst maximal 1441 Liter

Die zweite Generation des V60 bleibt seiner markanten Grundlinie treu. Das Design ist puristisch und gefällt durch klare Linien. Ein zentrales Merkmal sind die unverwechselbaren Scheinwerfer.

Die zweite Generation des V60 will aber nicht nur als fahraktiver Mittelklässler verstanden werden, sondern auch als ernstzunehmender Kombi – als handwerklich orientierter Lademeister geht der Schwede allerdings nicht durch. Der von Volvo als Sportkombi bezeichnete V60 eignet sich eher für Golfschläger und Reitutensilien. Dennoch: Das Gepäckabteil fasst immerhin zwischen 529 und 1441 Liter und die Heckklappe kann standesgemäß berührungslos geöffnet werden – ein Fußtritt unter das Auto reicht aus, damit die Klappe nach oben schwenkt.

Alles in allem hat der neue V60 das Zeug zum Favoritenschreck, wenn auch die Verkaufszahlen für den deutschen Markt am Ende überschaubar sein dürften. Im ersten Halbjahr haben die Schweden 15.496 Fahrzeuge hier zu Lande verkauft. Das entspricht einem Marktanteil von rund einem Prozent. Weltweit waren es 253.581 Autos (plus 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Der Premiumhersteller bleibt somit eine Marke für Liebhaber – mit offensichtlich wachsender Fangemeinde. Damit die begeistert zugreift, schiebt Volvo bis Ende des Jahres weitere Versionen des V60 nach, unter anderem einen Plug-in-Hybrid sowie einen 390 PS starken T8.