| von Hilmar Dunker

Aber er bringt auch alle Tricks der Mini-Autos mit – trotz der Herausforderung,  zwei Motoren und den dicken Batteriepack auf 3,9 Meter Kürze unterzubringen. Dem überarbeiteten 1,5-Liter-Benziner steht nun ein deutlich leichterer und kompakterer Elektromotor als im Auris Hybrid zur Seite. Mit Inverter und Batterie ist der 20 Prozent leichter – und bringt dennoch kräftige 100 PS, kurze Strecken fährt der Yaris Hybrid auch rein elektrisch. Toyota hat auch die Nickel-Metallhydrid-Batterie um 11 Kilogramm leichter gemacht, dadurch passt  der Akku unter die Rücksitzbank. Gleiches Gepäckraumvolumen, gleiche Variabilität wie im normalen Yaris sind drin. Und dank der guten Lage der schweren Akkus in der Fahrzeugmitte fährt sich der Hybrid genauso sicher wie sein einmotoriger Bruder. Die 20 Prozent mehr Gewicht spürt der Fahrer im Betrieb erstaunlich wenig – und auch die seltsam zähe Beschleunigung im Prius (“Gummiband-Effekt”) haben die Techniker dem kleinen Hybriden fast abgewöhnt. Zumindest im Stadtbetrieb. Der stufenlose Antrieb ist natürlich kein Agilitätswunder, doch er bringt den Yaris in 11,8 Sekunden auf 100 Stundenkilometer, 165 km/h sind maximal drin. Wichtiger sind aber die vier Sekunden, die der Hybrid von Null auf 50 Stundenkilometer braucht. Stadtverkehr macht also im kleinen Toyota Freude – und das geräuschlose Elektrorollen fasziniert auch im Miniformat. Die versprochenen 3,5 Liter Super im Drittelmix sind natürlich auch super – 3,1 im Stadtverkehr dank Elektro-Antrieb aber derzeit unschlagbar. Auf der Testfahrt haben wir uns im Gewühl der holländischen Metropole diesen Wert aber nur dann angenähert, wenn das Gaspedal gestriffen statt getreten wurde. Mit etwas über vier Litern Verbrauch sollte der Fahrer schon rechnen – selbst, wenn er sein Temperament zügelt. Das ist aber ein Problem, dass der Hightech-Sparmeister mit Downsizing-Benzinern und manchem drehmomentstarken Mini-Diesel teilt. Das schwächste Glied im Sparantrieb-Konzept ist der Fahrer. Die offiziell 79 Gramm CO2 pro Kilometer werden dem Yaris aber dennoch einige Umweltpreise sichern.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger – den es noch nicht als Hybrid gab – hat der neue Yaris aber schon ein Lob verdient: Den Innenraum haben die Japaner konsequent und erfolgreich weiterentwickelt. Auf die Rücksitze können sich jetzt selbst größer Gewachsene für die Fahrt ins Kino oder zu Abendessen leidlich angenehm niederlassen. Die früher längs verschiebbare Fondbank gibt es allerdings nicht mehr – was manch bisheriger Yaris-Fahrer bedauern mag. Es hat wohl auch mit dem Hybrid-Akku zu tun. Nicht vermissen dürften die Interessenten den Mitteltacho. Rechts von  den konventionellen Instrumenten vor dem Fahrer sitzt nun das sehr empfehlenswerte Multimedia-System mit 6,1-Zoll-Touchscreen. Es ist leicht bedienbar, integriert Radio, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Rückfahrkamera und für 550 Euro extra auch ein Navi. Ab der Version Life (17.900 Euro) ist es  serienmäßig im Yaris Hybrid “Life”. Da wird der Wohnraum auch bereits durch Lederbezüge für Lenkrad und Schalthebel aufgewertet, der Gepäckraumboden ist zweifach höhenverstellbar Rückleuchten haben LED-Technik, die Zentralverriegelung eine Funkfernbedienung. Diese mittlere Variante empfehlen wir darum auch. Denn die 16-Zoll-Leichtmetallfelgen der Topversion Club (19.200 Euro) fressen mehr Sprit, der CO2-Ausstoß steigt. Und das passt doch nicht zum Lifestyle eines Hightech-Sparers. sp-x/pw

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