Fahrbericht: Kia Ceed Sportswagon Plug-in-Hybrid
| von Claas Berlin

Im Januar hat Kia mit dem „Plan S“ seine mittel- und langfristige Strategie in Sachen E-Mobilität vorgestellt. Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 insgesamt elf batterielektrische Fahrzeuge anzubieten. Ein Baustein dieser Strategie ist auch der Kia Ceed Sportswagon Plug-in-Hybrid. „Mit dem neuen Plug-in-Hybriden setzen wir jetzt unsere Ceed-Familie unter Strom und bringen mit dem Sportwagon den ersten kompakten Plug-in-Kombi auf den Markt“, unterstreicht Steffen Cost, Deutschland-Geschäftsführer von Kia.

Rein optisch orientiert sich der Kia Ceed Sportswagon Plug-in-Hybrid größtenteils an den Verbrenner-Geschwistern der Baureihe. Nur die Aufladeklappe am linken Kotflügel und der neue geschlossene Kühlergrill geben Aufschluss über die Teilstromer-Funktion des Kombis. Für eine ausreichende Kühlung des Motors sorgen Lufteinlässe im Unterboden.

Abstriche müssen Käufer jedoch beim Kofferraumvolumen machen – ein nicht ganz unwichtiges Kaufkriterium in der Kompaktklasse. Da ein Teil der Batterie im Unterboden des Kofferraums verbaut wurde, sinkt das Ladevolumen von 625 Liter (1.695 bei umgeklappter Rückbank) auf 437 Liter (1.506 Liter). Die Fahrzeugmaße liegen bei 4,6 Metern und garantieren ausreichend Platz im Cockpit und Fond.

Angetrieben wird der Teilzeitstromer von einem modernen Parallelhybridsystem. Es kombiniert einen 1,6 Liter Benzindirekteinspritzer (77,2 kW/105 PS) und einen 44,5 kW-Elektromotor (60,5 PS) mit einem Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe. Nach Herstellerangaben erreicht der Kombi dank des 8,9 kWh großen Lithium-Ionen-Polymer-Akkus eine rein elektrische Reichweite von bis zu 60 Kilometern. Das sorgt für einen kombinierten Verbrauch von lediglich 1,1 Litern und 9,3 kW Strom auf 100 Kilometer Fahrstrecke.

In der Praxis zeigt sich bei der Testfahrt durch Nizza, dass der Ceed Sportswagon Plug-in-Hybrid dieses Verbrauchs-Versprechen auch halten kann. Im Stadtverkehr gleitet der Kombi rein elektrisch durch die engen Straßen der französischen Hafenstadt. Lediglich bei stärkeren Steigungen oder Geschwindigkeiten über 120 km/h schaltet sich der Verbrennunsgmotor kaum hörbar, aber doch spürbar zu und unterstützt.

Aufgeladen wird der Plug-in-Hybrid an einer gängigen Steckdose. An einer 240-Volt-Ladestation braucht der Sportswagon zweidreiviertel Stunden, um sich einmal komplett wieder aufzuladen. Eine Schnelllademöglichkeit gibt es bei dem neuen Ceed hingegen nicht. Im Regelfall würden die Käufer eines Plug-in-Hybriden ihr Fahrzeug an der heimischen Steckdose laden, heißt es dazu vom Hersteller.

Während die optischen Ansätze im Exterieur eher dezent auf die Stromer-Qualitäten des Kombis hinweisen, finden sich im Innenraum viele Hybrid-Charakteristika. Zu den Besonderheiten im digitalen Cockpit zählen eigenständige Plug-in-Hybrid-Armaturen sowie eine Grafik zum Ladezustand in der Navigation auf dem optional bis zu 10,25 Zoll großen Display. Je nach Ausführung kann der Sportswagon auch mit dem neuen Online-Dienst UVO Connect ausgestattet werden. Der Service bietet individuell zugeschnittene Informationen und Fahrzeugdaten. Über die fahrzeugeigene SIM-Karte können zudem Verkehrsdaten in Echtzeit, Wettervorhersagen oder Park- und Lademöglichkeiten angezeigt werden. Auch die Smartphone-Schnittstellen Apple CarPlay und Android Auto sind bei Kia serienmäßig mit an Bord.

In Sachen Assistenzsysteme reicht die Palette von Kollisionswarner, Spurhalteassistent, Fernlichtassistent sowie Fußgänger- und Radfahrererkennung bis zum Stauassistenten (Level-2-Autonomie). Zum Schutz von anderen Straßenteilnehmern ist der Ceed Sportswagon serienmäßig mit einem virtuellen Motorensoundsystem ausgestattet, das im reinen Elektrobetrieb bei niedrigen Geschwindigkeiten und beim Rückwärtsfahren Geräusche simuliert.

Preislich schickt Kia seinen kompakten Hybrid-Kombi mit einem Startpreis von 34.990 Euro ins Rennen. Minus der entsprechenden Elektroprämie durch Staat und den Hersteller reduziert sich der Preis auf unter 30.000 Euro. Produziert wird der Plug-in wie alle Modelle aus der Ceed-Familie in der Slowakei.