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| von Werner Beutnagel

Wie macht man einen Kleinstwagen attraktiv? Viele Hersteller offerieren für ihren automobilen Nachwuchs vielfältige Individualisierungsmöglichkeiten und allerlei Dekoraufkleber. Hyundai wählt für den i10 eine weniger offensichtliche Option und setzt auf geringe Treibstoffkosten. Da jedoch moderne sowie sparsame Diesel für diese Fahrzeuggattung meist zu teuer sind, kommt der koreanische Hersteller mit einer Autogas-Variante.

Der Gastank befindet sich in der Mulde des Reserverads und fasst 27 Liter. Das Kofferraumvolumen wird durch diese Platzierung etwas eingeschränkt, statt 252 Liter stehen hier 218 Liter zur Verfügung. Bei einem LPG-Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern ist eine Reichweite im Autogas-Betrieb von über 450 Kilometern möglich. Dazu kommen rund 600 Kilometern, wenn man im Benzin-Betrieb unterwegs ist. Im Autogas-Betrieb steigt durch den niedrigeren Brennwert im Vergleich zu Super-Benzin der Verbrauch um ca. 20 Prozent. Allerding ist Autogas aufgrund von Steuervergünstigungen, die bis 2018 festgeschrieben sind, nur rund halb so teuer wie Superbenzin. Für Vielfahrer rechnen sich die Mehrausgaben von 1.300 Euro bei einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern im Jahr nach knapp drei Jahren.

Es bleibt allerdings nicht bei dieser Summe. Der i10 LPG wird nur in der Trend-Version angeboten, damit steht der Kleine ab 12.920 Euro in der Liste, hat aber die wichtigsten Komfortmerkmale wie Klimaanlage, CD-Radio oder elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, Geschwindigkeitsregelanlage oder elektrische Fensterheber für vorne und hinten an Bord.

Das Fahren mit Flüssiggas ist ganz unspektakulär. Nur ein Extra-Schalter sowie zwei Anzeigen für Verbrauch deuten an, dass der i10 LPG ein wenig anders ist. Das Fahrzeug startet im Benzinmodus und man schaltet dann per Knopfdruck – sofern Gas getankt ist – auf Gasbetrieb um. Dass hier die Leistung des 51 kW/69 PS starken Dreizylinders etwas reduziert zum Einsatz kommt, fällt nicht weiter auf. Auch mit 49 kW/67 PS agiert der Kleine putzmunter und hängt buchstäblich gut am Gas. Durchzugswunder bei 90 Nm sind natürlich nicht zu erwarten, aber man ist – sofern man fleißig schaltet – flott unterwegs.

Die Fahrwerksabstimmung ist erstaunlich straff, der Kleine nimmt enge und schnell gefahrene Kurven ohne Gehoppel oder Ausbruchversuche. Mit 67 oder 69 PS wird man nicht zum Raser. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 153 km/h. Gedacht ist der i10 LPG auch eher für Mitarbeiter von Sozialdiensten, die innerstädtisch oder über Landstraßen zu pflegebedürftigen Menschen unterwegs sind oder Lieferdiensten, die keine Lieferwagen benötigen. Dank seiner knappen Abmessungen von nur 3,66 Metern passt der Koreaner in fast jede Parklücke. Das Platzangebot des Fünftürers ist übrigens erstaunlich gut. Vorne sitzen selbst lang beinige Fahrer oder Beifahrer kommod, hinten geht es ebenfalls bei ein wenig gegenseitiger Rücksichtnahme luftig zu. Nur sollte der Fond nicht von drei Personen belegt werden, aber das gilt auch für die anderen automobilen Zwerge.

Die Verkaufserwartungen für die LPG-Version sind noch bescheiden. 400 Fahrzeuge sollen so an den Mann beziehungsweise an die Frau gebracht werden. Das Autogas-Tanken dürfte die meisten Kunden vor keine größeren Probleme stellen. An mindestens 6.500 Tankstellen kann man die günstigere Treibstoff-Alternative tanken.sp-x/em

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