| von Wolfgang Gomoll

Der Hyundai i30 stand in Deutschland schon immer im Schatten des übermächtigen Klassenprimus VW Golf. Dieses Schicksal teilte der Koreaner mit einigen anderen Vehikeln aus Frankreich, Japan oder eben auch Deutschland.  „Ein Golf ist halt ein Golf“, war ein Motto, dass sich über die Jahrzehnte im kollektiven Bewusstsein der deutschen Autokäufer festgesetzt hatte. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt: VW steckte dem Golf mit dem ID.3 den Elektrofeind unter die gemeinsame Bettdecke und in Deutschland scheint nichts mehr so ehern in Stein gemeißelt, wie bisher. Gerade was die Automobilität angeht. Zeit, für den Usurpator aus Asien mal wieder am Thron des VW Golfs zu rütteln. Diesmal mit elektrischer Unterstützung. Denn sowohl der 1.0 T-GDi Dreizylinder-Turbo (88 kW / 120 PS) , als auch der aufgeladene Vierzylinder 1.5 T-GDi (117 kW / 160 PS) und der 1.6 CRDi Diesel in der Ausbaustufe mit 110 kW / 136 PS) sind mit einer 48 Volt Mildhybridisierung durch einen Riemenstarter-Generator zu haben. Der kleinere Selbstzünder hat 85 kW /115 PS und geht bei der Elektrifizierung leer aus.

Damit kann der i30 rekuperieren und dank der 0,44 Kilowattstunden Batterie in der Reserveradmulde auch segeln. Je nach Fahrsituation steuert der Elektromotor zwischen fünf und zwölf Kilowatt zum Vortrieb bei. Optional werden die Fahrstufen mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gewechselt oder mit einer Sechsgang-Handschaltung. Wird diese mit dem MHEV-Modul gekoppelt, ist eine elektrische Kupplung an Bord, damit das Auto ohne Zutun des Fahrers auch segeln kann. Sobald man vom Gas geht, kuppelt das System selbsttätig aus. An den Motoren haben wir viel gemacht“, sagt Produktmanager Adrian Pere. Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf die Elektrifizierung, sondern auch auf die verbesserten Abgaswerte der Kappa Enhanced Benziner-Triebwerke, die allesamt die Euro 6d erreichen. Lediglich die Einstiegsmotorisierung bekommt keine E-Unterstützung, aber auch da ersetzt der 1.5 Sauger-Benziner mit 81 kW / 110 PS das bisherige 1.4 Liter Aggregat mit 74 kW / 100 PS.

Nicht nur beim Vortrieb geben die Koreaner Gas, auch was die Technik, die Fahrassistenten und das Infotainment angeht, legen die Asiate eine Schippe drauf. Die digitalen Cockpitinstrumente werden mit einem sieben Zoll-Bildschirm angezeigt und der von acht auf 10,25 Zoll gewachsene Touchscreen bildet das Herz des Infotainments. Das kann natürlich auch Apple CarPlay und Android Auto, allerdings geht das jetzt auch drahtlos, was den Kabelsalat im Innenraum deutlich verringert, zumal man das Telefon induktiv laden kann.

Der Hyundai i30 gibt sich dann auch ganz auskunftsfreudig und teilt dem Fahrer auf Wunsch die Spritpreise, Echtzeit-Verkehrsdaten oder freie Parkplätze mit. Auch bei den Fahrassistenten tut sich etwas: Der Bremsassistent erkennt jetzt auch Fahrradfahrer und der Toter-Winkel-Warner verzögert beim Spurwechsel, wenn eine Kollision droht. Wie sich dieser Helfer in der Praxis schlägt, wird sich zeigen. Auch beim Heck-Querverkehr bremst das Auto bei Gefahr. Ab Frühsommer kann man sich den aufgepeppten Hyundai i30 beim Händler anschauen. Zum Marktstart stehen auch alle drei Karosserievarianten, Fließheck, Steilheck und Kombi, parat– den Lademeister und Golf Variant-Gegner gibt es erstmals in der sportlichen N-Line.