Fahrbericht: Kia XCeed
| von Claas Berlin

Während die Franzosen die letzten Tage der Sommerferien an den Stränden in Marseille verbringen, erobern wir mit dem neuen Kia XCeed die engen Gassen der Hafenstadt. Und damit erst gar keiner auf die Idee kommt, Ausflüge jenseits der Straße zu wagen, verzichtet Kia beim XCeed komplett auf einen Allradantrieb. Im urbanen Großstadtdschungel macht der Crossover dennoch eine gute Figur und bereitet mit der Mischung aus SUV-Fahrgefühl und Sportwagen-Tugenden große Freude. 

Mit dem XCeed erweitert Kia das Kompaktsegment um eine vierte Karosserievariante. „Ich gehe davon aus, dass auf den XCeed 50 Prozent des Absatzes innerhalb der Baureihe entfallen wird“, betont Deutschland-Geschäftsführer Steffen Cost bei der Vorstellung in Marseille. Bereits im ersten Halbjahr 2019 hat der OEM die Ceed-Absatzzahlen in Deutschland mit 10.742 Einheiten verdoppelt.

Das neue Mitglied der Kia-Familie soll an diesen positiven Trend anknüpfen, hebt sich mit seiner coupéartigen Dachlinie, der bulligen Heckansicht und der großen Bodenfreiheit (184 mm) jedoch optisch von seinen Schwestermodellen deutlich ab. Während der Radstand von 2,65 Metern dem des Ceed entspricht, wurden die Karosserieüberhänge vorn und hinten verlängert.

Aufgrund der großzügigen Karosserieform genießen Fahrer- und Beifahrer und auch die Fondpassagiere ausreichend Kopf-, Bein- und Schulterfreiheit. Die erhöhte Sitzposition macht das Ein- und Aussteigen bequem. Überdurchschnittlich groß ist der Kofferraum, mit 426 bis 1378 Liter geht in den Crossover mehr als in die anderen Ceed-Modelle und auch mehr als in die meisten Mitbewerber.

Den dynamischen Anschein, den der Nachkömmling optisch erweckt, erfüllt auch das Fahrwerk: Bei der Ausfahrt auf den kurvigen französischen Küstenstraßen hinterließ er einen guten Eindruck. Der Crossover liegt sicher auf der Straße und lässt sich dynamisch durch die Kurven tragen, ohne dabei stark zur Seite zu schwanken. Die Lenkung arbeitet unauffällig und nicht zu leichtgängig.

Infotainment Navigation XCeed

Im Innenraum wartet ein volldigitales Display auf den Fahrer. Das Erscheinungsbild der Anzeige passt sich dem gewählten Fahrmodus optisch an.

Erstmals kommt in einem Kia ein 12,3 Zoll großes Digitaldisplay zum Einsatz. Eine weitere Neuerung des XCeed ist das 10,25-Zoll-Navigationssystem, das Bluetooth-Mehrfachverbindungen bietet. Gleichzeitig bildet das System die Schnittstelle zu den neuen Online-Diensten Kia UVO Connect, die Echtzeitinformationen und App-gesteuerte Fernbedienungsfunktion bereithalten.

Im Fahrbetrieb leistet das Navigationssystem solide Arbeit und lenkt den Fahrer mit aktuellen Informationen sicher an den Staus des morgendlichen Marseiller Berufsverkehrs vorbei. Zudem liefert es auf Wunsch Parkplatzvorschläge – inklusive der zu erwartenden Kosten. Dank Apple Car Play und Android Auto bereitet auch die Smartphone-Anbindung kein Kopfzerbrechen mehr. Zudem kann das Handy während der Fahrt induktiv geladen werden.

Die Fahrassistenzsysteme des XCeed orientieren sich am üblichen Angebot der Kompaktklasse: Am Steuer sorgen Frontkollisionswarner, Spurhalteassistent mit Lenkeingriff, aktiver Spurwechselassistent, Querverkehrswarner und eine adaptive Geschwindigkeitskontrolle für ausreichend Sicherheit.

Zum Verkaufsstart umfasst die Motorenpalette drei Benziner und zwei Diesel mit einem Leistungsspektrum von 85 bis 150 kW (115 bis 204 PS). Neben dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe wird es optional auch ein siebenstufiges Automatikgetriebe mit Sport-Modus geben. Anfang nächsten Jahres will Kia den XCeed um einen Plug-in-Hybriden erweitern.

Der Einstiegspreis für den XCeed mit dem 1,0-Liter-Turbobenziner liegt bei 21.390 Euro. Das Modell bietet serienmäßig unter anderem LED-Scheinwerfer, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Frontkollisionswarner, aktiven Spurhalteassistenten, Müdigkeitswarner und Fernlichtassistent. Mit seinem ansprechenden Design, der guten Raumaufteilung und einem fairen Preis-Leistungsverhältnis muss sich der Kia XCeed vor den Mitbewerbern um den VW T-Roc und den Toyota CH-R wahrlich nicht verstecken.

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