CES 2015

Die Bedienung der Touchscreens im Golf R-Touch erfolgt über Gesten statt Berührungen. Bild: Volkswagen

| von Pascal Nagel

Bei seiner Premiere auf der diesjährigen International CES gibt Volkswagen einen Ausblick auf die Bedientechnik der kommenden fünf Jahre – Und die soll sich wesentlich stärker an das anlehnen, was die Kunden aus der Computer- und Handywelt kennen. Im Zentrum steht dabei der Golf R-Touch. Das Show-Car weist gleich drei große Bildschirme im Innenraum auf. Auf dem ersten über dem Lenkrad werden je nach Bedarf die klassischen Instrumente, Navigationsanweisungen oder Fahrzeuginformationen angezeigt. Dieses virtuelle Cockpit wird bereits im neuen Passat angeboten, fällt im Golf R-Touch jedoch wesentlich hochauflösender aus.

Auch der Touchscreen in der Mittelkonsole wirkt auf den ersten Blick wenig revolutionär, ist mit 12,8 Zoll allerdings sehr groß. Verbunden mit einer 3-D-Kamera im Dachhimmel kann der Bildschirm auch ohne direkten Fingerkontakt Berührungen und auch Gesten erkennen. Der dritte, 8-Zoll-Bildschirm darunter ist für die klassischen Auto-Bedienungen wie Klima oder Fahrzeugeinstellungen gedacht – und gibt dem Finger eine spürbare Rückmeldung. So soll der Fahrer nicht vom Blick auf die Straße abgelenkt werden. Im R-Touch werden auch das Licht oder die Fensterheber durch Wischbewegungen mit Näherungssensor über einer Fläche bedient. Und selbst das Schiebedach und die Fenster lassen sich mit einer Handbewegung öffnen. Die variablen und teils gestengesteuerten Displays sollen aber Zug um Zug in viele VW-Modelle der nächsten Jahre einziehen.

Smartphone-Funktionalitäten, die sehr viel schneller in neue VWs kommen, sind aber ebenfalls auf der CES zu sehen. Ab Ende Mai werden die ersten Polo und Passat ausgeliefert, die alle gängigen Smartphone-Betriebssysteme in die Fahrzeug-Infotechnik integrieren. „Ob Mirror-Link, Apples Car-Play oder Android-Auto – das ist gleich“, so Neußer. Der Inhalt, Apps und die gewohnte Bedienung aus den Smartphones oder Tablets kann dann vom Multimediasystem abgebildet werden – und wird aus diesem bedient.

Die Wolfsburger demonstrieren auf der CES zudem induktive Ladetechnologien. Ein Golf mit Elektroantrieb parkt dazu auf einer Metallmatte, die an einen Aufnehmer unter dem Fahrzeug berührungslos den Ladestrom fließen lässt. Anfang des kommenden Jahrzehnts könnte das serienreif sein – wenngleich die Technologie zunächst recht teuer sein dürfte.

Für den Massenmarkt ist dagegen der Parkassistent gedacht: VW zeigt einen Golf, der einparkt, ohne das ein Fahrer hinter dem Steuer sitzt. Per Druck aufs Display einer Smartwatch oder eines Handys sucht das Fahrzeug eigenständig einen Parkplatz. Wo und wie genau der Wagen parken soll, das trainiert sich das Auto selbst an, indem es sich vielgenutzte Parkplätze merkt. Wird ein solcher Parkplatz angesteuert, schlägt das Fahrzeug eigenständig vor, den Parkvorgang zu übernehmen. Neußer ist sich sicher, diese Technik noch in diesem Jahrzehnt anbieten zu können. Und sie werde auch nicht viel teurer als die bisherigen Einpark-Automaten von VW sein. „Die Sensoren sind ja schon da – wir müssen bloß die Software und die App draufsetzen“. sp-x/Red

Der Eintrag "freemium_overlay_form_cit" existiert leider nicht.