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Eine Funktionseinheit außen am ZF-Dämpfer aus Steuergerät, Elektromotor und elektrohydraulischer Zahnradpumpe ist Basis der GenShock-Technologie.

| von Gert Reiling

Mit einer revolutionären Technologie wollen ZF Friedrichshafen und das US-Unternehmen Levamt Power die  ,,eierlegende Wollmilchsau“ unter den Stoßdämpfern entwickeln: Je nach Fahrsituation können die Stoßdämpfer weicher oder straffer reagieren. Obendrein sparen sie noch Energie durch Rekuperation – umso mehr,  je schlechter die Straße ist.

Automobilhersteller suchen schon lange nach einem Fahrwerk, das gleichzeitig sportliches Handling und den Komfort einer Oberklasselimousine bietet. Die Schwierigkeit dabei besteht darin, einen Ausgleich zwischen Komfort- und  Handlingseigenschaften zu finden. Guter Komfort erfordert eine weiche Dämpfung, die Unebenheiten ausgleicht, wohingegen die Dämpfung für optimales Handling eher straff ausgelegt sein sollte.

Die bisherigen Versuche, ein aktives Dämpfungssystem mit möglichst großer Bandbreite zu schaffen, waren an den hohen Kosten, der Komplexität und dem Energieverbrauch gescheitert. Mit der GenShock-Technologie scheint es möglich, die vielen Vorteile des aktiven Dämpfers bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch, minimaler Komplexität und akzeptablen Kosten zu nutzen.

Den ,,ersten vollaktiven und rekuperationsfähigen Dämpfer der Welt“ wollen die beiden Kooperationspartner zur Serienreife entwickeln, so  Rolf Heinz Rüger, bei ZF verantwortlich für das Geschäftsfeld Dämpfungsmodule. Die technologische Basis  bildet eine neuartige Funktionseinheit außen an einem ZF-Dämpfer.  Das sehr kompakte Bauteil setzt sich aus einem eigenen Steuergerät, einem Elektromotor sowie einer elektrohydraulischen Zahnradpumpe zusammen. Letztere reguliert – angetrieben vom elektronisch gesteuerten E-Motor – den Ölfluss  im Dämpfer.

„Für Dynamik, Komfort und Sicherheit ist entscheidend, dass sich damit aktiv Kräfte ins Fahrwerk einleiten lassen“, erklärt Rüger. Damit passt sich die Dämpferkennlinie nicht nur automatisch jeder Fahrsituation optimal an; auch Nickbewegungen der Karosserie bei abrupten Bremsmanövern und Wankbewegungen beim schnellen Ausweichen lassen sich nahezu gänzlich eliminieren. Außerdem ist die Technologie fähig, jedes einzelne Rad aktiv anzuheben.

Sobald es die Fahrsituation zulässt, nutzt das neuartige Ventilsystem die Auf- und Abbewegung des Dämpferkolbens automatisch zur Rekuperation. Dann lenkt das System das Öl im Dämpfer so um, dass es den elektrischen Pumpenmotor antreibt. Der wandelt die entstehende Bewegungsenergie in Strom um und speist diesen in das Bordnetz des Fahrzeugs ein ..Am stärksten ist dieser Effekt, wenn das Fahrzeug auf schlechten Landstraßen unterwegs ist.

 

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