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Der Continental „Filling Assistant“ gibt den exakten Druck jedes Reifens auf dem Smartphone an.

| von Gert Reiling

2017 will Continental einen Reifendrucksensor auf den Markt bringen, der dem Fahrer meldet, ob und wann die Reifen wegen einer zu geringen Reifenprofiltiefe gewechselt werden sollten.

Die neue Funktion wird mit einer intelligenten Software realisiert. Diese leitet die Profiltiefe von dem sich langsam verändernden Abrollverhalten der Reifen ab. Dieses Abrollverhalten kann der Reifendrucksensor im Reifeninnern anhand der unterschiedlichen Reifenverformung beim Abrollen erkennen. Die neue Funktion soll in drei Jahren n in neuen Fahrzeugmodellen mit direkter Reifendrucküberwachung in Serie gehen.

Für die neue elektronische Profiltiefenerkennung machen sich die Ingenieure von Continental das sich langsam verändernde Abrollverhalten bei längerer Nutzung des Reifens zu nutze. Intensive Testreihen der Reifen- und Elektronikentwickler haben die Datenbasis geliefert, mit denen die Fahrzeugelektronik zukünftiger Fahrzeuge gespeist werden wird.  Ist das Profil unter einen jeweils individuellen Grenzwert heruntergefahren, meldet die Bordelektronik, dass ein Reifenwechsel ansteht.

Auf Wunsch könnte dann über das Telematikmodul im Fahrzeug sogar die heimische Werkstatt informiert werden. Es kann aber weiter jeder mit Hilfe der Reifenverschleiß-Indikatoren (Nässe-TWI, Tread Wear Indicator) selbst sehen, wann die Mindestprofiltiefe erreicht ist: Kleine Stege zwischen den Profilrillen zeigen die von Markenherstellern empfohlene Mindestprofiltiefe (3 Millimeter bei Sommerreifen, 4 Millimeter bei Winterreifen) sowie die gesetzliche Mindestprofiltiefe (1,6 Millimeter) an.

Mit Einführung der ersten Reifendrucksensoren von Continental im Jahr 2002 wurde das wichtigste Bindeglied zwischen Fahrzeug und Straße intelligent. Die Reifendrucksensoren können seitdem reifengenau über den aktuellen Reifendruck informieren und bei zu geringem Reifendruck den Fahrer  warnen.

Ab November 2014 müssen neu zugelassene Pkw (Fahrzeugklasse M1) in der Europäischen Union mit einem Reifendrucküberwachungssystem ausgerüstet werden. Mit Hilfe der Reifensensoren kann mit optimal gefüllten Reifen die Lebensdauer der Reifen gesteigert und der Kraftstoffverbrauch gesenkt  werden.

Continental setzt dazu auf direkt messende Systeme mit genauer Druckanzeige. Hier erkennt ein Sensor entweder am Ventil oder direkt unter der Reifenlauffläche den Reifendruck. Soll ein zweiter Satz Reifen mit Sensoren ausgestattet werden, bietet Continental unter der Marke VDO schon jetzt entsprechende Nachrüstsensoren an.

Das Funktionsspektrum der Sensoren wird kontinuierlich erweitert. Erste Fahrzeugmodelle mit den intelligenten Sensoren von Continental melden bereits während des Reifenfüllens ganz automatisch, wenn der notwendige Reifendruck erreicht wurde. Der Filling Assistant erleichtert das Befüllen und sorgt selbst bei Nutzung ungeeichter Befüllstationen stets für den richtigen Reifen-Luftdruck. So wird der Rollwiderstand reduziert und die Reifen können ihr Sicherheits- und Komfortpotential bestmöglich realisieren.

Vor dem Serienstart steht auch die Funktion Beladungserkennung. Mit einer speziell dafür entwickelten Software erkennt das Fahrzeug, ob zum Beispiel bei einer Urlaubsreise die maximale Zuladung überschritten wurde. Bereits nach kurzer Fahrzeit hat die Elektronik das veränderte Abrollverhalten bei besonders großer Zuladung erkannt und informiert über die jeweilige Achslast.

Zukünftige Fahrerassistenzsysteme können die Ladungsinformationen außerdem nutzen, um ihre Funktionen an das jeweilige Fahrzeuggewicht anzupassen. So werden langfristig auch automatisierte Fahrfunktionen sicherer und komfortabler.