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| von Gert Reiling

Standardisierte Sprachen, Modelle und Schnittstellen sollen die Entwicklung von Benutzungsschnittstellen im Automobilbereich für alle beteiligten Unternehmen vom Automobilhersteller über den Zulieferer bis zum Hersteller von Software-Entwicklungswerkzeugen einfacher machen. So lautet das Ziel de Projektes automotiveHMI, das jetzt ein neues Austauschformat für effektivere Entwicklungsprozesse öffentlich vorstellte.

Im vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt automotiveHMI arbeiten als Projektpartner Elektrobit Automotive GmbH, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Audi,  comlet Verteilte Systeme, Daimler, Porsche, das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE), Bosch und Volkswagen zusammen. Mit dem neuen Format ist es zum Beispiel möglich, auf Basis von groben Designentwürfen auf Knopfdruck erste Prototypen der Benutzungsschnittstellen zu erstellen und zu testen.

Die deutsche Hersteller- und Zulieferindustrie im Bereich des Automobilbaus ist führend in der Welt. Verschiedene aktuelle Studien belegen, dass heute über 80 Prozent der Innovationen im Automobilbau auf die Bereiche Elektrotechnik und Elektronik sowie auf die darauf aufsetzende Software entfallen.

Hierzu zählen neben den Hidden Technologies (Motormanagement, ESP) insbesondere Komfortfunktionen (Navigation, Infotainment) sowie Fahrerassistenz- und Informationssysteme (Verkehrszeichenerkennung, Abstandswarnung). Der Erfolg dieser Innovationen hängt maßgeblich von der Akzeptanz durch den Nutzer ab. Insofern bedarf es intuitiver, gebrauchstauglicher Benutzungsschnittstellen (HMI), die den Anforderungen der Benutzer in Bezug auf die Bedienbarkeit gerecht werden. Mit steigendem Funktionsangebot im Fahrzeug steigen aber auch die Anforderungen an das HMI und somit die Entwicklungskomplexität zukünftiger HMI-Systeme.

Das Projekt automotiveHMI hat das Ziel, die heutigen, fehlerbegünstigenden Methoden der Erstellung und Weitergabe von HMI-Spezifikationen zu ersetzen. In Zukunft sollen große Teile der Spezifikation in ein maschinenlesbares und maschineninterpretierbares Format überführt werden, das über den gesamten komplexen HMI-Entwicklungsprozess, beginnend bei ersten Ideen über Anforderungen, Design, Umsetzung bis zum automatisierten Testen, ausgetauscht wird. Das ermöglicht nicht nur den automatischen Abgleich verschiedener Versionen, sondern erlaubt die Aufdeckungen von Fehlern deutlich früher als bislang im Entwicklungsprozess.

Ein einheitliches Austauschformat, das somit Entwicklungswerkzeuge miteinander vernetzt, führt zu einem deutlich effizienteren HMI-Entwicklungsprozess, spart Zeit und ermöglicht damit der deutschen Automobil- und Zulieferindustrie einen Wettbewerbsvorsprung. Des Weiteren können neue innovative Versionen der HMI früher auf den Markt gebracht werden. Das Austauschformat wird nach Projektende als offener Standard umgesetzt, um Herstellern, Zulieferern und den Herstellern von Entwicklungswerkzeugen einen einfachen Zugang zu ermöglichen.

Das Projekt automotiveHMI läuft bis Dezember 2013 und wird durch das Bundeswirtschaftsministerium mit 3,8 Millionen Euro. Die Leitung oteile sich Elektrobit Automotive in Erlangen und das Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern, Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

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