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Sicherheitsingenieur Karl-Heinz Baumann ist der „geistige Vater“ des PRE-SAFE-Systems von Mercedes-Benz.

| von Gert Reiling

In der S-Klasse von Mercedes-Benz setzte der Automobilhersteller sein Insassenschutzsystems PRE-SAFE im Herbst 2002 erstmals ein, heute ist es  in insgesamt 14 Baureihen quer durch das Modellprogramm von der A- bis zur S-Klasse verfügbar und kann in bis zu elf unfallträchtigen Szenarien vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Fast 60 Prozent der 2012 weltweit ausgelieferten Pkw sind mit dem System ausgestattet.  Die rasante Ausbreitung von PRE-SAFE sowie von radarbasierten Fahrassistenzsystemen quer durch alle Baureihen bei Mercedes-Benz wird ebenso durch die Zahl der verbauten Sensoren deutlich: In den im Oktober 2012 ausgelieferten Fahrzeugen wurden 50 000 Radarsensoren montiert. Erst im April 2011 war die 10 000er Marke erstmals überschritten worden. Insgesamt wurden bisher exakt 756 352 Radarsensoren in den Fahrzeugen verbaut.

In der nächsten S-Klasse Generation erweitert Mercedes-Benz das System abermals um etliche neue Funktionen. BAS PLUS und PRE-SAFE Bremse: Neben der Erweiterung um eine Fußgängererkennung wurde die autonome Bremsung auf Vorausfahrzeuge deutlich verbessert. Durch Fusion von Daten aus Stereokamera und Radarsensoren können Fußgänger im Bereich vor dem Fahrzeug erkannt werden.

Bei erkannter Gefahr erfolgt eine optische und akustische Warnung. Reagiert der Fahrer durch Bremsen, wird durch BAS PLUS bei Bedarf die Bremsung situationsgerecht bis hin zur Vollbremsung verstärkt. Reagiert der Fahrer nicht, bremst das Fahrzeug autonom ab. Die Bremse mit Fußgängererkennung ist bis etwa 72 km/h aktiv und kann Fußgängerunfälle aus einer Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h vermeiden. Der Funktionsbereich der autonomen Bremsung auf stehende Fahrzeuge wurde so optimiert, dass ebenfalls bis 50 km/h ein Auffahrunfall vermieden werden kann.

PRE-SAFE PLUS ist eine Erweiterung der Insassenschutzmaßnahmen um Gefahrensituationen durch Folgeverkehr. Ein Radarsensor im hinteren Stoßfänger erfasst den Verkehr hinter dem eigenen Fahrzeug und kann einen drohenden Auffahrunfall erkennen. Das System warnt den Fahrer des Folgefahrzeugs durch Aktivierung der hinteren Warnblinkleuchten mit erhöhter Frequenz. Außerdem werden die präventiven Insassenschutzmaßnahmen wie reversible Gurtstraffer ausgelöst.

Steht das eigene Fahrzeug still, bremst das System das Fahrzeug fest. Die dadurch erzielbare Verringerung des Vorwärtsrucks kann die Insassenbelastung, unter anderem das Risiko eines Schleudertraumas, deutlich reduzieren. Außerdem kann das Festbremsen des Fahrzeugs Sekundärkollisionen vermeiden oder zumindest deren Schwere reduzieren.

PRE-SAFE Impuls: In einer frühen Crashphase noch vor dem Anstieg der aufprallbedingten Verzögerung bewegt der Sicherheitsgurt die vorderen Insassen entgegen der Aufprallrichtung und zieht sie tiefer in den Sitz. Zum Zeitpunkt der höchsten Belastungsphase beim Unfall wird der eingezogene Weg dann unter kontrolliertem Energieabbau wieder zur Verfügung gestellt.Vorbeschleunigung und Kraftbegrenzung ermöglichen eine zeitweise Entkopplung des Insassen vom Crash. Dadurch können das Verletzungsrisiko und die Verletzungsschwere bei Frontalcrashs erheblich reduziert werden.

PRE-SAFE Fond: Beim Aktiven Gurtschloss bewegt ein Elektromotor das Gurtschloss automatisch nach oben und unten. So kann die Gurtlose im Becken- und Thoraxbereich reduziert werden, die Passagiere sind seitlich und längs besser fixiert. Auch das Anlegen des Gurts wird vereinfacht: Das Gurtschloss fährt beim Öffnen der Fondtüren aus der Polsterung nach oben und ist mit einem beleuchteten Einsteckschacht ausgerüstet.

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