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Kaffeetasse als Warnung vor drohender Müdigkeit des Autofahrers: Die Möglichkeiten der Fahrerassistenz erscheinen fast unbegrenzt.

| von Gert Reiling

Systeme zur Fahrassistenz werden in immer mehr Neuwagen eingebaut und damit auch Sensoren als Schlüsselkomponenten dieser Systeme: In 13 Jahren hat Bosch eine Million Radarsensoren gefertigt, die zweite Million wird in wenig mehr als einem Jahr folgen.

„Die Fahrerassistenz wird in den kommenden Jahren einen regelrechten Boom erleben“, sagt Bosch-Geschäftsführer Wolf-Henning Scheider. „2016 wird Bosch bereits den 10-millionsten Radarsensor liefern.“ Automobilhersteller nutzen die wachsende Zahl an Assistenzfunktionen, um sich vom Wettbewerber zu unterscheiden. Ein weiterer, sehr starker Treiber ist das künftige Ratingschema von Euro NCAP. So muss für eine Fünf-Sterne-Bewertung von 2014 an mindestens ein Assistenzsystem an Bord sein. Von 2016 an ist ein umfassender Fußgängerschutz Pflicht.

Ist ein Sensor an Bord, lässt er sich für viele andere Funktionen nutzen. So kann eine Videokamera, die Fahrspuren detektiert, auch Verkehrszeichen erfassen. Autofahrer werden diese Sicherheits- und Komfortfeatures immer häufiger zu schätzen wissen. „Der Markt für Fahrerassistenz wird in den kommenden Jahren jährlich um über 20 Prozent wachsen“, sagt Scheider.

Leistungsfähige Assistenzsysteme erfordern eine umfassende Vernetzung mehrerer Systeme im Fahrzeug. Sie führen die Daten unterschiedlichster Sensoren zu einem Bild des Fahrzeugumfelds zusammen, und Motor, Bremse und Lenkung setzen die errechneten Fahrbefehle um. Derzeit in Serie geht der neue Mid-Range-Radarsensor. Er ist bei nahezu gleicher Leistung gegenüber dem Vorgänger kompakter und erheblich kostengünstiger. Varianten für Front- und Heckeinbau sind verfügbar. 2014 startet ein Stereo-Videosensor, der räumlich sehen und Abstände bis etwa 50 Meter messen kann. Erstmals ist damit mit nur einem Sensor eine automatische Notbremsung für den Fußgängerschutz möglich.

Neue Funktionen werden künftig noch stärker beim Führen des Fahrzeugs helfen. Beispielsweise parken sie mithilfe von Ultraschallsensoren vollautomatisch ein, selbst wenn der Fahrer neben dem Auto steht, und sie steuern durch enge Baustellen auf der Autobahn. „Mit jeder Innovation rückt das unfallfreie und automatisierte Fahren ein Stück näher“, sagt Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control.

Der Grad der Automatisierung wird sich zuerst auf Autobahnen schrittweise erhöhen. Von 2014 an können Autofahrer einen Stauassistenten in Serie erleben, den Bosch maßgeblich mitentwickelt hat. Bei niedrigen Geschwindigkeiten führt die Funktion vollautomatisch, auch wenn der Fahrer weiterhin in der Verantwortung bleibt. Sukzessive wird dann ein Fahren auf Autobahnen mit immer höheren Automatisierungsgraden bei immer höheren Geschwindigkeiten möglich sein, bis der Highway Pilot die Fahrt von Zufahrt bis Ausfahrt völlig selbstständig übernimmt. „Das vollautomatisierte Fahren kommt in vielen Einzelschritten“, davon ist Steiger überzeugt.

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