Daimler beschleunigt Software-Entwicklung
| von Pascal Nagel

Daimler forciert das Thema Connected Car künftig mit einer eigens geschaffenen Position innerhalb der Entwicklung. Sajjad Khan wird als Vice President Digital Vehicle and Mobility in Zukunft sämtliche Themen im Zusammenhang mit dem vernetzten Fahrzeug verantworten. Und der von BMW nach Stuttgart zurückgekehrte Khan verspricht bei einem ersten Auftritt vor allem eines: kürzere Entwicklungszeiten der Fahrzeugsoftware.

„Vier bis sechs Monate zwischen einzelnen Software-Updates ist das Ziel. Wir sind gerade in den meisten Fällen bei einem Jahr Entwicklungszeit, in manchen Fällen auch schon bei acht Monaten“, erläutert Khan. Dies sei natürlich immer abhängig vom jeweiligen Steuergerät und dem Aufwand für Tests. Theoretisch seien sogar noch kürzere Zyklen möglich, sinnvoll hingegen nicht: „Alle zwei Wochen ein Update oder Feature funktioniert bei den Consumer Electronics, im Fahrzeug wäre das zu häufig.“

Was diese Updates beinhalten und wie künftige Connectivity-Features oder Bedienkonzepte aussehen könnten, lässt Khan derzeit noch offen. Erst auf der IAA im September sollen erste Ergebnisse aus seinem neuen Bereich zu sehen sein. Einen Ausblick darauf, wie die Funktionen ins Auto kommen, gibt Khan allerdings: „Wir werden sehr sicher in Zukunft over-the-air-Updates anbieten, wo es sicher ist und für den Kunden einen Mehrwert bietet.“

Insgesamt arbeiten derzeit rund 1.500 Mitarbeiter unter Khans Leitung, hauptsächlich sind es Software-Entwickler. Der Großteil von rund 700 Mitarbeitern sitzt in Deutschland, knapp 400 in Indien, ca. 25 in Südkorea, etwa 80 in China und rund 300 in den USA. „Das Computer-Engineering hat uns bisher etwas gefehlt. Da mussten wir was machen“, so der Digital Vehicle & Mobility-Chef. „Auch Software-Entwicklung muss noch mehr werden, das wird in Zukunft ein wichtiger USP sein.“

Dies soll nun gelingen, indem einzelne Konzern-Puzzleteile – wie Khan es nennt – unter einem Dach zusammengefasst werden, darunter Themen wie User Interaction, Software Development On Board und Off Board, einige Connected Car-Services sowie bestimmte Design-Fragen. Auch die Vehicle-IT inklusive Backend und eigener Rechenzentren liegt bei Khan, die Abgrenzung zur Konzern-IT und zum zukünftigen CIO ist somit deutlich.

Bezüglich der Organisationsstruktur wird Khan direkt an Entwicklungsvorstand Thomas Weber berichten und vier Direktionen leiten: Infotainment Systems, welche von Peter Häußermann verantwortet wird, User Interaction and Security, geleitet von Ralf Lamberti, Backend and Apps unter der Leitung von Christoph Hartung sowie Mercedes-Benz Research and Development North America, verantwortet von Arwed Niestroj.

 

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