Audi A8 L W12 6.3 FSI quattro

Der Audi A8 gehört nach Einschätzung der IT-Sicherheitsexperten Charlie Miller und Chris Valasek zu den am schwierigsten zu hackenden Autos. Bild: Audi

| von Pascal Nagel

Fahrer deutscher Autos müssen sich vergleichsweise wenig Sorgen um Hackerangriffe auf das eigene Fahrzeug machen. Dies ist zumindest das Ergebnis einer umfassenden Analyse von Charlie Miller und Chris Valasek. Die IT-Sicherheitsexperten untersuchten jüngst 20 Fahrzeuge verschiedener OEMs hinsichtlich der Möglichkeit, zentrale Funktionen wie die Bremse oder Lenkung ferngesteuert zu manipulieren.

Miller und Valasek identifizieren drei Schritte, die ein erfolgreicher cyber-physikalischer Angriff durchlaufen müsste: Zunächst muss ein Hacker überhaupt in das Fahrzeugnetzwerk gelangen. Angriffsfläche sind an dieser Stelle Steuergeräte im Auto, die Drahtlosfunktionen wie Radio, Bluetooth oder Telematikdienste steuern. An diesen Schnittstellen kann in einem zweiten Schritt die gewünschte Information eingespielt und an das zu manipulierende Steuergerät geschickt werden. Abschließend muss die entsprechende ECU (Electronic Control Unit) die Manipulation ausführen. Aufgrund der Berechtigungen zahlreicher Assistenzsystemen, auf zentrale mechanische Funktionen im Fahrzeug zuzugreifen, erhöhen sich die Erfolgsaussichten entsprechender Manipulationen.

Miller und Vasalek entwarfen entlang dieser Schritte eine Checkliste, um die Sicherheit einzelner Fahrzeuge gegenüber Angriffen einschätzen zu können: Wie viele ECUs steuern drahtlose Dienste im Fahrzeug und bieten somit Eintrittsmöglichkeiten für Angriffe? Begünstigt die Netzwerkarchitektur des Autos eine Informationsübermittlung zu zentralen Steuergeräten? Wie viele Assistenzsysteme haben Einfluss auf zentrale Fahrfunktionen des Autos?

Unter den analysierten Fahrzeugen konnten vor allem Modelle von Audi und BMW überzeugen. Das Prädikat „Least Hackable“ verdienen sich Dodge Viper, Audi A8 und Honda Accord. Auch BMWs der 3er Serie sowie der X3 erhalten positive Bewertungen durch die Analysten. Zwar würden die Fahrzeuge über zahlreiche Assistenzsysteme und Konnektivitätsdienste verfügen, allerdings auch eine komplexe Netzwerkarchitektur aufweisen, die laut Einschätzung der Experten besonders schwer zu manipulieren sei.

Zu den am einfachsten zu hackenden Fahrzeugen gehören der 2014er Jeep Cherokee, der 2015er Cadillac Escalade und der 2014er Infiniti Q50, welche laut dem Bericht eine eher einfach zu manipulierende Netzwerkarchitektur aufweisen.

 

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