| von Gert Reiling

Scheinwerfer, die bei Gegenverkehr automatisch abblenden – in der Elektroauto-Studie Audi e-tron werden sie jetzt auf der Messe ,,Automobil International“ in Leipzig präsentiert. Dahinter steckt eine Idee, die der Design-Student  Christoph Häußinger an der TU Dresden für seine Diplomarbeit hatte.
Matrix-Beam heißt die Technologie für sein intelligentes Lichtassistenzsystem, das bei der Autofahrt ständig maximale Lichtleistung erlaubt, ohne entgegenkommenden oder vorausfahrenden Verkehr zu blenden. Innerhalb des Frontscheinwerfers werden verschieden ausgerichtete Leuchtpunkte einzeln von einem Prozessor angesteuert, der die Daten der Umgebung – Fahrbahnbeschaffenheit oder über Kameras detektierter Gegenverkehr – auswertet. Das Licht, das Tagfahrlicht, Fernlicht, Kurvenlicht und Abblendlicht zugleich ist, blendet bei Gegenverkehr sofort ab. Der Fahrer muss nicht mehr manuell auf- und abblenden, er kann sich auf sicheres Fahren konzentrieren.
Für die Studie hat Häußinger die Geschichte des Lichtdesigns der Ingolstädter Firma genau analysiert und mit dem der Wettbewerber verglichen. Die einzelnen Lichtpunkte im modernen Audi-Scheinwerferdesign sind in seinem eigenen Entwurf  wieder zu einem schnittigen Lichtband zusammengefasst, ohne dass die Wiedererkennbarkeit verloren geht. Der Clou: Je nach gefahrener Geschwindigkeit und Umgebungs-situation verändert das Band sein Erscheinungsbild und damit die Charakteristik der gesamten Fahrzeugfront.
Inwieweit das interaktive Auf- und Abblenden des neuen Lichtsystems den Fahrer bei Geschwindigkeiten und Tageslichtsituationen möglicherweise irritieren könnte, sollen nun weitere Tests zeigen. Häußingers Designstudie weist in jedem Fall in eine neue Ära des Autoscheinwerfers, da sind sich die Autobauer aus Ingolstadt sicher. Sie haben den TU-Absolventen als Leuchtendesigner ab sofort fest angestellt.

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