| von Werner Beutnagel

Mobil zu bleiben, fällt vielen älteren Menschen schwer. Wissenschaftler und Unternehmen entwickeln nun ein Assistenzsystem, das Haustechnik, Hilfsmittel wie Rollatoren, speziell ausgerüstete Car-Sharing-Autos und öffentliche Verkehrsmittel verbindet.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat eine Förderzusage über rund zwei Millionen Euro für das von der Technischen Universität München (TUM) und der Firma Citysax koordinierte Projekt „PASSAge“ (Personalisierte Mobilität, Assistenz und Service Systeme in einer alternden Gesellschaft) gemacht. „Mit der neuen sozio-technischen Infrastruktur wollen wir eine nahtlose Mobilitätskette schaffen, um ein selbstständiges Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen“, sagt Projektkoordinator Thomas Bock von der TUM.

Einsatzbereit sein soll künftig eine Flotte von Kleinstwagen, die mit verschiedenen Funktionen auf hilfsbedürftige Nutzer eingestellt ist. Da eine Umrüstung des eigenen Autos sehr teuer wäre, planen die Forscher ein Car-Sharing-System.

Die Mobilität erleichtern soll zudem die Vernetzung der einzelnen Fortbewegungsmittel untereinander und mit neuen Assistenzmodulen der Wohnung.  „Vom Rollator aus könnte man dann die Auto- und die Haustür öffnen lassen“, sagt Professor Matthias Kranz vom TUM-Fachgebiet Verteilte Multimodale Informationsverarbeitung.

Mit Probanden werden die Forscher in den nächsten Monaten verschiedene Szenarien testen. Zudem wollen die Projektpartner Geschäftsmodelle entwickeln. Angebote wie das Car-Sharing  sollen später Dienstleister übernehmen. „Die Nutzer können sich dann aus den einzelnen Komponenten ein auf sie und ihr Zuhause zugeschnittenes Assistenzsystem zusammenstellen“, sagt Bock.