Studie: Fast alle OEMs bieten Apps an

Automobilhersteller in Europa und Nordamerika haben als Antwort auf die Smartphone-Bedrohung einen Gang zugelegt. Sie setzen vor allem  auf Apps, so eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Ein Gro√üteil der OEMs habe den Markt mit kostenlosen Apps f√ľr die Bereiche Kundenpflege und Pannenhilfe √ľberschwemmt, w√§hrend andere Apps mit Mehrwert, wie Remote Start/Stop geschaffen h√§tten.

Auch Neuentwicklungen wie Nokia MirrorLink – ein Standard, auf dessen Basis Alpine inzwischen ein Hauptger√§t als Nachr√ľstl√∂sung geschaffen hat – er√∂ffneten neue Umsatzm√∂glichkeiten f√ľr Automobilhersteller. Sie erm√∂glichten Smartphone-Apps ¬†im Fahrzeuginneren, und zwar in Form von vollst√§ndigen, externen Terminals, mit Steuerungen, bei denen fahrzeugspezifische Mensch-Maschine-Schnittstellen (HMI) zum Einsatz kommen.

Dies erzeuge im Gegenzug starkes Interesse an HMI-Elementen, sowohl als¬† Umsatzerzeuger als auch als Markendifferentiatoren. Konzepte wie Chevrolet MyLink oder GMC Intellilink werden als ¬†Beispiele f√ľr diese HMI-L√∂sungen seitens der Autohersteller genannt.

Laut der aktuellen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan ,,Connectivity, App Stores, and Cloud-based Delivery Platforms: Future of Connected Infotainment and Telematics Market‚Äú, wird im n√§chsten Jahr fast jeder Autohersteller Apps entwickeln und √ľber die allgemein bekannten App-Stores vertreiben.

Das Interesse von Handyherstellern, wie HTC, Samsung, LG und Sony, an dem Standard Nokia MirrorLink zeigt dessen Potential, zu einem Industriestandard zu werden, und ermöglicht Autoherstellern, Apps zu standardisieren und daraus Umsätze zu gewinnen.

Technologien f√ľr Smartphone-Schnittstellen, wie Ford SYNC Applink, Nokia MirrorLink und zahlreiche andere Konzepte haben Autohersteller davon √ľberzeugt, Smartphones und die entsprechenden Apps nicht als Bedrohung, sondern als zus√§tzliche Umsatzquelle und Anziehungsfaktor zu sehen.

‚ÄěDie gr√∂√üte sich daraus ergebende Herausforderung ist, dass Autohersteller den vormals zweitrangigen Software-Anbietern, Handyherstellern und App-Unternehmen mehr Spielraum einr√§umen als bisher‚Äú, erl√§utert erkl√§rt Frost & Sullivan Research Analyst Krishna ¬†Jayaraman. ‚ÄěWenn man bedenkt, wie streng die Automobilhersteller gew√∂hnlich ihre Zulieferkette kontrollieren, so d√ľrfte dies die schwerste H√ľrde sein, die √ľberwunden werden muss, wenn Automobilhersteller aus Apps und Smartphone-Schnittstellen Gewinne erzielen m√∂chten.‚ÄĚ

Autohersteller m√ľssten eine Art √Ėkosystem von Entwicklern und Apps erschaffen, welches ins Fahrzeuginnere integriert werden k√∂nne, entweder durch einen gemeinsamen Standard, wie Nokia MirrorLink, oder durch eigene, entwickelte Standards, wie das zusammen mit RealVNC entwickelte Jaguar Connect and View.

‚ÄěIn beiden F√§llen sind keine engen Gesch√§ftsverbindungen zwischen OEM, Tier-1- oder Tier-2-Zulieferern gefordert‚Äú, so Jayaraman abschlie√üend. ‚ÄěGefragt ist hingegen ein √∂kosystemorientierter Ansatz, indem jeder Partner Mehrwert zum Gesamtangebot beisteuert.‚Äú




√Ąhnliche Beitr√§ge