Studie: E-Mobility in China noch nicht marktreif

China braucht eine neue Elektromobilitätsstrategie, weil das rein batteriebetriebene Elektroauto in China erst in zehn Jahren wirtschaftlich attraktiv werden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company.

Für die Studie hat McKinsey das Marktumfeld der Elektromobilität in China untersucht und wichtige Entscheider aus Industrie, Politik und Wissenschaft in China befragt. Die Studie sieht die Range-Extender-Technologie als Chance, die Elektromobilität in China bereits 2014 wettbewerbsfähig anbieten zu können.

Auch in China geht es um die Verringerung der Abhängigkeit von Rohölimporten sowie der Kohlendioxid, Stickoxid- und anderer Emissionen, um die Lebensqualität in den Städten verbessern. Den chinesischen Herstellern bietet das Elektroauto zudem die Chance, am heimischen Automobilmarkt besser Fuß zu fassen.

Bisher ist der chinesische Elektroautomarkt trotz massiver Kaufanreize fast bedeutungslos. „Seit 2009 wurden in China 6700 Elektroautos verkauft. Das steht in keinem Verhältnis zu den Plänen der Regierung, bis 2015 eine halbe Million Elektroautos auf chinesische Straßen zu bringen“, stellt Axel Krieger fest, McKinsey-Partner in Peking und Leiter der Studie.

Als zentrale Ursache für die schleppende Marktentwicklung nennen 80 Prozent der befragten chinesischen Unternehmen und Institutionen die starke Fixierung auf die Entwicklung rein batteriebetriebener Elektrofahrzeuge. „China hat sich mit seinen Bemühungen um die Elektromobilität vorschnell festgelegt und braucht deshalb eine neue Elektroauto-Strategie“, erklärt Krieger.

Rund 95 Prozent der befragten Unternehmen und Institutionen sind sich einig, dass es den heimischen Zulieferern nicht gelungen ist, die erforderliche Kompetenz für zuverlässige Batterie-Elektroautos aufzubauen. Diese sind noch rund 150 Prozent teurer in der Anschaffung als konventionell angetriebene Fahrzeuge. Nach McKinsey-Berechnung sind Batterie-Autos vor 2020  nicht wirtschaftlich wettbewerbsfähig.

Sehr viel früher dürften so genannte Range-Extender-Elektrofahrzeuge wettbewerbsfähig werden. Das sind serielle Plug in-Hybrid-Fahrzeuge, deren zusätzlicher Verbrennungsmotor ausschließlich elektrische Energie zur Batterieaufladung erzeugt. Diese Autos fahren schon mit einfachen 10 kWh-Batterien bis zu 40 Kilometer elektrisch, genug für die meisten Pendler in China.

Damit dürfte das Range-Extender-Elektroauto schon ab 2014 aus Gesamtkostensicht dem konventionell angetriebenen Fahrzeug ebenbürtig sein. Wie die Hybridantriebe in Europa, Japan und den USA ürten aber auch die Range-Extender  nur Übergangsphasen beherrschen, bis das rein elektrische Fahren mit Batteriefahrzeugen marktfähig wird. – für China ist die einzige Möglichkeit, seine  Energie- und Umweltfragen dauerhaft zu lösen.“


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