Recycling von Elektromotoren steht im Mittelpunkt des Projektes MORE eines Konsortiums aus Industrie und Forschungseinrichtungen unter Führung von Siemens.
Die gesamte Wertschöpfungskette von der Auslegung und Fertigung der Motoren über die Rückführung bis zum Wiedereinsatz im Fahrzeug werden unter die Lupe genommen, mit spezieller Aufmerksamkeit für die Verwertung der Permanentmagnete und insbesondere der darin enthaltenen Seltenerdmetalle. Das Bundesforschungsministerium fördert MORE innerhalb des Themenfelds „Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität“ (STROM).
Rund ein Kilogramm wiegen die Magneten von Motoren, die in Elektro- und Hybridfahrzeugen eingesetzt werden. Fast ein Drittel davon entfällt auf Metalle der Seltenen Erden, die bewirken, dass magnetisiertes Eisen sein Magnetfeld ohne Zufuhr von elektrischem Strom dauerhaft behält.
Den eher irreführenden Namen verdanken die Seltenerdmetalle ihrer Entdeckungsgeschichte. Tatsächlich kommen sie in der Erdkruste recht häufig vor; ausgedehnte Mineral-Lagerstätten, die gewinnbringend erschlossen werden können, sind jedoch nicht sehr verbreitet. Die größten Vorkommen finden sich in der Innereren Mongolei.
Dies hat China in den letzten Jahren eine marktbeherrschende Stellung verschafft, welche die Volksrepublik für eine äußerst restriktive Ausfuhrpolitik nutzt. Die Exportquoten sind mehrfach massiv eingegrenzt worden. Auch wenn die Suche nach anderen Bezugsquellen angelaufen ist, bleibt die Rückgewinnung aus Elektromotoren eine wichtige Option.
Die Forscher verfolgen mit dem Projekt MORE verschiedene Ansätze für das Recycling von Elektromotoren: Den Ausbau der Magnete aus Altmotoren, die Reparatur und die anschließende Wiederverwendung des Motors oder seiner Komponenten genauso wie die werk- und rohstoffliche Wiederverwertung der Magnetmaterialien und der Seltenerdmetalle durch Wiedergewinnung aus vorsortiertem und geschreddertem Material.
Außerdem sollen Konzepte für ein recyclinggerechtes Motordesign erstellt, das Verhältnis von wirtschaftlichem Wert und Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt analysiert sowie Modelle für Stoffkreisläufe ausgearbeitet werden.
Bis 2014 sollen die Ergebnisse von MORE vorliegen. Beteiligt sind Experten von Siemens, Daimler, Umicore und Vacuumschmelze, der Uni Erlangen-Nürnberg, der TU Clausthal, des Öko-Instituts Darmstadt und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung.

