Krise bremst den Verkehr – weniger Staus

Offenbar gibt es zwischen Schuldenkrise und Verkehrsdichte einen unmittelbaren Zusammenhang. Diesen Schluss  legen die aktuellen Zahlen der INRIX Traffic Scorecard nahe.

Sie zeigt für das Jahr 2011 einen Rückgang deri Verkehrsstaus  weltweit um 17 Prozent und in Deutschland um acht Prozent.  Die  Scorecard basiert auf der Analyse von Milliarden von historischen Quelldaten aus der Traffic-Datenbank von 100 Millionen Fahrzeugen, die täglich auf den Straßen unterwegs sind. Bei der Analyse werden  unter anderem Informationen für mehr als eine Million Kilometer Autobahnen und Nebenstraßen in Europa ausgewertet.

Unter den 13 analysierten europäischen Nationen zeigen die Länder, die am stärksten von der europäischen Schuldenkrise betroffen sind, den stärksten Rückgang bei Verkehrstaus. Portugal (-49 Prozent), Irland (-25), Spanien (-15) und Italien (-12) gehörten zu den Ländern mit den stärksten Rückgängen im vergangenen Jahr. Die Probleme in der Eurozone haben auch zu Rückgängen in Deutschland (-8 Prozent ), den Niederlanden (-7 ) und Belgien (-3 ) geführt, keine Veränderung gab es in Frankreich.

Die Analyse der Verkehrsstaus in den ersten fünf Monaten des Jahres 2012 zeigt einen weiteren Rückgang in ganz Europa – mit Ausnahme von Deutschland. Die Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft, die durch ein moderates Beschäftigungswachstum  angetrieben wird, führte hier in diesem Zeitraum zu einer Stau-Steigerung von 6 Prozent.

Danach standen Autofahrer in Belgien 2011 durchschnittlich 55 Stunden  im Stau, in Deutschland 36 in der Schweiz 22 Stunden. Die verkehrsreichsten und damit auch besonders staugefährdeten Städte in Europa sind Mailand und Brüssel, in Deutschland  sind Stuttgart (Platz 17), Köln (18) und Hamburg (21) besonders betroffen.

Auch wenn 16 der 20 größten Städte in Deutschland einen Rückgang bei Verkehrsstaus melden, verlor der durchschnittliche Fahrer im vergangenen Jahr also immer noch 36 Stunden im Stau.  Autofahrer in Deutschland verbringen mehr Zeit auf der Straße als beispielsweise Fahrer in Italien oder Spanien.

Für die deutschen Metropolen gilt:: Schwierigster Wochentag für Verkehr: insgesamt ist der Freitag, in den Morgenstunden aber der Dienstag. Als schwierigste Zeit für Pendlerverkehr: gilt die Stunde von 16 bis 17 Uhr am Freitag. Am wenigsten Verkehr herrscht montags und am Freitagmorgen, am Montag von 19 bis 20 Uhr und am gesamten Montagnachmittag gibt es relativ wenig Pendlerverkehr.

 


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