Intelligentes Auto verändert seine Form

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Das intelligente E-Auto EO smart connecting car kann seine Form je nach Situation verändern. Foto: DFKI

Es ist extrem beweglich, verändert seine Form und passt sich der aktuellenVerkehrssituation an – EO smart connecting car heißt das intelligente E-Fahrzeug, das Wissenschaftler des DFKI Robotics Innovation Center in Bremen entwickeln und jetzt auf der CeBIT (Halle 9, Stand F 49) vorstellen.

Künftig soll das Fahrzeug selbstständig steuern können. Der Prototyp ist Teil des Projekts „Neue Mobilität im ländlichen Raum“, in dem unter anderem innovative Technologien zur Elektromobilität erforscht werden.

Die veränderbare Struktur ist einzigartig: Indem EO smart connecting car das Fahrwerk zusammenschiebt, bockt sich die Fahrerkuppel auf. Das ist auch während der Fahrt möglich. Dadurch wächst das Auto von etwa 1,60 Meter auf 2,10 Meter in die Höhe und verkürzt sich um einen halben Meter in der Länge auf knapp zwei Meter.

Diese Platzersparnis soll dem mechanischen Zusammenschluss mit anderen E-Fahrzeugen zu einer Autokette, den so genannten „Road Trains“, dienen. Die zusammengezogene Form lässt die Autokette kürzer und damit wendiger werden.

„Daten und Energie übertragen sich von einem auf das andere Fahrzeug, die Fahrzeuge werden einheitlich gesteuert. Das spart Energie und steigert die Reichweite“, sagt Prof. Dr. Frank Kirchner, Leiter des DFKI Robotics Innovation Center. Zusatzmodule wie Laderampen und Gepäckablagen sind ebenfalls problemlos anschließbar.

Durch seine verteilten Antriebe kann sich EO smart connecting car auf engem Raum wie Innenstädten oder Parkhäusern sehr flexibel bewegen. Seine besonderen Achsen können jedes der vier Räder um 90 Grad drehen, um seitwärts einzuparken. Hindernissen weicht das nur etwa. 700 Kilogramm schwere Auto leicht aus, indem es auf der Stelle wendet, diagonal fährt oder einzelne Räder anhebt. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt derzeit bei etwa 55 km/h.

Entwicklungsziel ist ein autonom fahrendes Fahrzeug. Dazu zählt das automatische Einparken und Andocken an Ladestationen. Durch Sensoren im und am Fahrzeug kann das Auto Verkehrsinformationen empfangen und mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren.

„Die Entwicklungsphilosophie entspricht der eines Roboters: Das E-Auto wird mit entsprechender Sensorik und Rechenkapazität ausgestattet, um seine Umgebung genau zu erfassen und gezielt zu navigieren“, erklärt Kirchner. Unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrssituation, der verbleibenden Akku-Kapazität und eines optimierten Energieverbrauchs werden Routen berechnet – und Staus verhindert.

Das Projekt „Neue Mobilität im ländlichen Raum“ wird mit Mitteln des Bundesverkehrsministeriums gefördert. Konsortialführer ist das Fraunhofer-Institut IFAM. Das DFKI ist das weltweit größte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz.




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