Apps kommen über Smartphones ins Auto

Extern eingebrachte Applikationen (Apps) wie Internet-Radio erobern die Automobilbranche. In den USA und in Europa ist ein schrittweises Umschwenken von eingebetteten stand-alone Telematiksystemen zu hybriden vernetzten Telematiksystemen, im Sinne von Funktionen, die über ein Smartphone im Wageninneren ausgeführt werden, zu beobachten, so eine Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Innerhalb dieses hybriden vernetzten Raumes haben Fahrzeughersteller genügend Zugkraft, um Applikationen für Internet-Radio aus dem Fahrzeug heraus über ein Smartphone laufen zu lassen und dieses über eine Schnittstelle, das Human Machine Interface (HMI) des Fahrzeugs zu steuern.

Dieses hybride vernetzte Modell wird bis 2015 allein in Nordamerika eine Marktgröße von über fünf Millionen Einheiten erreichen. Hybride vernetzte Telematikmodelle wie Ford Sync bieten ein enormes Potential, um Smartphones in den Wageninnenraum zu integrieren und zusätzlich eingebrachte Applikationen über das Fahrzeug-HMI laufen zu lassen.

,,Das Herunterladen von Applikationen von Websites wie dem Apple Store wird immer populärer“, erklärt Praveen Chandrasekar, Global Programme Manager bei Frost & Sullivan. „Durch den Einsatz von fortgeschrittenen HMI-Lösungen, mit deren Hilfe Smartphones im Wageninneren angesteuert werden, schaffen Automobilhersteller ein besseres Markenimage, indem Konsumenten ihr digitales Unterhaltungselektronikangebot auch im Auto weiternutzen können.“

Der Markt sieht sich aber vor Problemen im Bereich der Netzverbindung sowie der Ablenkungswirkung auf den Fahrer. Automobilhersteller sind zwar darum bemüht, Netzverbindung und Dienstleistungen durch Sprachsteuerung und Datenverbindung herzustellen.

Jedoch wehren sich Mobilfunkanbieter gegen dieses Modell und verlangen, dass die Automobilhersteller zusätzliche SIM-Karten mit speziellen Sprach- und Datendienstpaketen einrichten, um Dienstleistungen innerhalb des Autos zu stützen.

„Die Ausschüsse für Sicherheitsanforderungen in Europa und Nordamerika haben außerdem Bedenken im Bezug auf die Sicherheit und die Ablenkungswirkung auf Fahrer, die sich bei der Verwendung von Smartphones im Auto ergeben“, erklärt Chandrasekar.

Es besteht verstärkter Druck von Seiten der Autohersteller, die Nutzung von Smartphone-Anwendungen im Auto zu ermöglichen, damit Konsumenten Applikationen sicher über das HMI des Fahrzeugs ausführen können.

Obwohl Applikationen wie Pandora Internet-Radio kostenfrei erhältlich sind, ist es für Autohersteller lukrativ, spezielle HMI-Lösungen anzubieten, die Konsumenten erwerben können, um die Applikationen laufen zu lassen. Dies würde Konsumenten ermöglichen, alle Funktionen über ein Kommunikationsmodul mit einer einzigen Abrechnung zu verwalten.

„Zukünftige Trends wie die EU-Gesetzgebung im Bezug auf das automatische Notrufsystem e-Call könnten spezielle SIM-Karten innerhalb des Autos für Sprach- und Datendienste verpflichtend vorschreiben und dem europäischen Telematik-Markt dazu verhelfen, den Übergang von einem vollständig eingebauten Modell zu einem hybriden vernetzten eingebrachten Modell zu vollziehen“, bemerkt Chandrasekar abschließend.


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