Fahrerassistenz: 1 500 Autos im Feldversuch

Mehr Sicherheit durch Fahrerassistenz - ein Feldversuch soll darüber Aufschluss geben. Grafik: TH Karlsruhe

Die ersten von mehr als 1 500 beteiligten Autos sind unterwegs, die Testphase des EU-Projektes Eurofot (European Field Operational Test) hat begonnen.
Ein Jahr lang kurven die Fahrzeuge verschiedener europäischer Automarken mit intelligenten Fahrerassistenzsystemen an Bord durch Europa und sammeln Informationen. Der  Schwerpunkt liegt bei Fahrspurassistenten, Abstands-Kontrollsystemen sowie Kamerasystemen zur Entschärfung des toten Winkels. ,,Das ist der erste Betriebstest dieser  Art in großem Maßstab, der in Europa mit verschiedenen Marken durchgeführt wird”, sagt Projektkoordinator Aria Etemand.

Dabei sind die Aufgabenstellung und Herangehensweisen der beteiligten Unter-nehmen recht unterschiedlich. Die Versuchsingenieure von BMW und Daimler etwa stellen für  ausgewählte Fahrer werkseigene Fahrzeuge zur Verfügung. VW wendet sich an Fahrer oder Käufer des Passats, Ford an Fahrer und Käufer von Mondeo, S-Max oder Galaxy.

Man habe sich bewusst, für ,,ganz normale” Fahrer entschieden, erklärt Monika Wagener, Pressprecher des Ford Research Center in Aachen: ,,Die sollen und werden ja später die große Masse der Nutzer stellen.” Die Akzeptanz der Systeme allerdings lasse noch zu wünschen übrig. ,,Viele sind nicht dafür zu begeistern. Deshalb haben die Tests erst im Mai begonnen, und noch sind nicht alle Autos für den Test ausgerüstet – auch die Händler und Werkstätten müssen ja damit vertraut gemacht werden.” Da dürfte sich der für  das Ende der Testphase angepeilte Termin Mai 2011 wohl nicht ganz halten lassen.
Getestet wird das Verhalten ohne und mit Fahrerassistenz – etwa zwei Monate ohne, dann zehn Monate mit System. So kann man Änderungen im Fahrmuster feststellen.
Daimler und BMW stellen jeweils 15 Fahrzeuge für die Navig-ation. Sie fahren einen Monat ohne, einen Monat mit mobiler und einen Monat mit fest eingebauter Navigation.
Antworten werden zum Beispiel auf folgende Fragen gesucht: Wie geht der Fahrer mit dem System um ? Wie reagieren andere Verkehrsteilnehmer ? Welchen Konfort-gewinn spürt der Autofahrer ? Vor allem aber geht es um Sicherheit, und die wird durch die aktiven Systeme gewiss gefördert – bis zur Hälfte aller Verkehrsunfälle können diese Systeme nach Expertenmeinung verhindern und Unfallfolgen signifikant abmildern. Doch dafür muss die Akzeptanz bei den Autofahrern gesteigert werden – mehr Assistenzsysteme bedeuten auch geringere Systemkosten.
Wertvolle Tipps erwarten die Autohersteller von Eurofot. ,,Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ist eines unserer wichtigsten Forschungsgebiete,” meint Jan Ivarsson, bei Volvo für Sicherheitsstrategie zuständig. ,,Alle Instrumente müssen leicht zu verstehen und zu bedienen sein. Die Information muss dem Fahrer helfen, ohne ihn abzulenken.”  Die Entwickler werden die Ergebnisse verwenden, um Funktionen zu verbessern und die Bedienung zu vereinfachen. Wenn die Assistenzsysteme  tatäschlich so wirksam sind, wie die Fachleute meinen, dann könnten sie künftig von den Gesetzgebern als Pflicht festgeschrieben werden – wie heute der Sicherheitsgurt.

Beteiligt an dem Projekt sind folgende Partner: BMW  Fiat, Daimler, MAN, Volvo, Volvo tDV, Volkswagen / Audi, Bosch, Continental, Delphi, Harmann Becker, Chalmers, ICCS, Ika, IZVW, Universität Turin, Universität Leeds, Bast, Cäsar, CTAG, INRETS, TNO, ADAS Management Consulting, Alcor, Allianz, EICT und als Initiator natürlich ERTICO – ITS Europe.


Ähnliche Beiträge

Ihre Meinung ist uns wichtig

*