Erster “carIT-Kongress”: Treffpunkt für 330 Experten aus der Automobil- und IT-Industrie

Rund 350 Teilnehmer besuchten den ersten car-IT-KongressDie Vernetzung des Autos mit der Infrastruktur, dem Umfeld und mit dem Internet  sind neben der Entwicklung alternativer Antriebskonzepte die wichtigsten Meilensteine, den die Automobilindustrie auf ihrem Weg in die Zukunft passieren muss. In dieser Einschätzung waren sich Vertreter großer Hersteller und Zulieferer, IT-Experten  sowie Wissenschaftler und Fachleute aus der Wirtschaft beim ersten von “carIT” veranstalteten Kongress (in Kooperation mit dem Hightechverband Bitkom und dem Verband der Automobilindustrie)  in Frankfurt einig. Im Rahmen der Leitmesse IAA Pkw  stellten verantwortliche Vertreter  von BMW, Daimler, Ford, Volkswagen  und Bosch vor rund  330 Kongressbesuchern ihre technischen Innovationen vor, die in kommenden Fahrzeuggenerationen erlebbar sein sollen. Dazu gehören zum Beispiel dynamische Displays, eine ausgefeilte Sprachsteuerung, Verkehrsdaten in Echtzeit sowie ständige drahtlose Verbindungen zu persönlichen, digitalen Daten, die in der Cloud gespeichert sind. „Durch die Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt werden Sicherheit und Komfort auf ein Maximum gesteigert“, prophezeite Matthias Wissmann, Präsident des VDA in seiner Rede. Das Zusammenspiel von Automobil- und IT-Technologien sei ein Garant dafür, dass die Faszination Auto auch bei jungen Fahrern ungebrochen bleibe. Klar ist: Ohne IT geht es nicht. „Die Vernetzung ist ein Meilenstein der Automobilindustrie“, betonte auch Elmar Frickenstein, Bereichsleiter Elektrik/Elektronik und Fahrererlebnisplatz, BMW Group in seinem Vortrag. Die Vernetzung bietet, das zeigten die Vorträge der Experten aus der Automobilindustrie, auch Chancen für neue Geschäftsmodelle. Genannt sei in diesem Zusammenhang das von vielen Automobilherstellern angestrebte Car-Sharing oder Abrechnungsmodelle für die Elektromobilität.

Doch der Weg in die neue Mobilität ist auch steinig:  „Kritischer  Faktor bei neuen Mobilitätskonzepten ist das teilweise fehlende Erlösmodell“, erklärte Willi Diez, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA). Bei Daimler setzt man dennoch auf neue Konzepte, die durch die Verbindung zum Internet ins Auto kommen. Dazu zählen vor allem Apps. „Wir bringen 2012 einen Strauß an Apps auf dem Markt”, kündigte Bharat Balasubramanian, Leiter Produktinnovation und Prozesstechnologien, Konzernforschung und Vorentwicklung, auf dem Kongress an. Balasubramanian sieht neben dem Unterhaltungs- und Informationswert noch einen weiteren Vorteil beim Einsatz von Applikationen im Auto. “Das Auto bleibt so immer aktuell.“ Ford Geschäftsführer Bernhard Mattes warnt Skeptiker: „Wir werden uns an die neuen Technologien gewöhnen, auch wenn sie uns heute noch fremd sind –  weil sie  uns das Leben angenehmer machen.“  VDA-Präsident Wissmann betonte: „Internet und  Auto sind keine Gegensätze. Wir müssen beide optimal miteinander verbinden.“ Das geht nur durch ein enges Zusammenspiel von IT und Automobilindustrie. Das unterstrich  der Präsident des Hightechverbandes Bitkom, Dieter Kempf, in seiner Rede. Darüber hinaus betonte Kempf die Bedeutung der IT für den  modernen intermodalen Verkehr: ”Das Fahrzeug muss zum mitdenkenden Partner werden.“

Foto: Claus Dick


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