Mehr als 60 000 verkaufte Elektroautos in fünf Jahren sind nach einer Studie von Frost & Sullivan in Mittel- und Osteuropa, einer Region mit einer Bevölkerung von über 100 Millionen Menschen, möglich.
Zum Vergleich: 2011 waren es gerade mal 245 Einheiten – da kommt die prognostizierte Steigerung auf 62 000 Fahrzeuge schon überraschend. Vor allem in Städten und ihren ,,Speckgürteln” dürfte die Nachfrage wachsen. Ein weiterer Grund ist die erwartete Optimierung der Lieferkette und die damit einhergehenden erheblichen Kostensenkungen für Elektroautos.
,,Wachsendes Einkommen, Zersiedlungsprozesse und sich verändernde Mobilitätsvorlieben in Mittel- und Osteuropa kurbeln die Nachfrage nach neuen nachhaltigen Lösungen im Bereich persönlicher Mobilität an,” erläutert Frost & Sullivan Senior Consultant Vitaly Belskiy. Außerdem gebe es im Lauf der nächsten zwei bis drei Jahre im Bereich Batterietechnologien ein Einsparpotenzial von 35-40 Prozent und entsprechende Kostgensenkungen.
Das größte Wachstum wird nach 2014-2015 erwartet, sollten bis dahin die staatlichen Förderprogramme im grossen Stil – inklusive der CO2-Besteuerung von neuen Fahrzeugen – in den meisten Ländern der Region eingeführt sein. Kurzfristig jedoch werde der Mangel an staatlicher Unterstützung jedoch das Wachstumspotenzial der Industrie voraussichtlich zurückhalten.
,,Sicherheit beim Ladevorgang, Netzwerk-Management, Dienstleistungen für Finanztransaktionen,” nennt Belskiy als einige der möglichen Herausforderungen. ,,Eine Ladeinfrastruktur in Mittel- und Osteuropa innerhalb von Wohngebieten aufzustellen, wo wahrscheinlich die meisten Ladungen vorgenommen werden, erfordert eine besondere Lösung, da nur etwa sieben Prozent der dort lebenden Bevölkerung in Häusern leben, bei denen eine Ladung in der Garage eine Option sein könnte.”
Um diese Herausforderungen zu meistern, müssten Zulieferer für Ladestationen und Betreiber fortschrittliche Lösungen mit modernen Funktionen wie Ladungsmessung und -kontrolle ermöglichen, falls mehrere Nutzer mit der Ladestation verbunden sind. ,,Die Hauptaufgabe wird es sein, die Kosten für den Bau der Ladestationen sowie deren Installation und Betrieb zu optimieren, um die Übertragung der hohen Kosten auf den Kunden zu vermeiden,” so Belskiy.

