Eine Hochrechnung des Stauforschers Michael Schreckenberger belegt: In Deutschland stehen in einem Jahr stehen alle Autofahrer zusammen 535 000 Jahre im Stau. Auf der CeBIT 2011 zeigen führende Hersteller und Forscher vom 1. bis 5. März, wie man den täglichen Stau vermeiden könnte.
Der Ausstellungsbereich ,,Telematics & Automotive World” in Halle 7 steht unter der Schirmherrschaft von Verkehrsminister Peter Ramsauer. Die Präsentation über die gesamte Prozesskette intelligenter Verkehrstelematik wird am ersten Messetag (Dienstag, 1. März) um 10 Uhr im Forum ,,CeBIT in Motion” von Staatssekretär Professor Klaus-Dieter Scheurle eröffnet.
Ein Highlight des Bereichs ist die CeBIT-Sonderschau ,,Destination ITS”. Im Mittelpunkt steht die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit der Außenwelt, damit der Fahrer ständig über die Verkehrslage und mögliche Gefahren informiert ist.
So arbeitet beispielsweise Alcatel-Lucent eng mit Netzbetreibern und der Automobilindustrie zusammen, um die Entwicklung voranzubringen. Im Rahmen der Sonderschau stellt das Unternehmen gemeinsam mit mehreren Partnern die ersten marktreifen Anwendungen für Car2X-Dienste vor. Zu den Highlights gehört das intelligente Bezahlsystem ,,Mobile Wallet Service”, über das unterschiedliche Car2X-Services abgerechnet werden können.
Außerdem zeigt das Aussteller-Konsortium die von Harman entwickelte Plattform ,,Aha” für Audio-Streamingangebote und den Zugriff auf soziale Netzwerke und E-Mails im Cockpit sowie eine von QNX entwickelte Anwendung zur Steuerung verschiedener Fahrzeugfunktionen über das BlackBerry PlayBook, den brandneuen Tablet-PC von Research In Motion.
Nicht nur im Kolonnenverkehr verbringen Autofahrer unnötig viel Zeit, sondern auch vor roten Ampeln. Wie sich die lästige Wartezeit verkürzen lässt, zeigt auf der CeBIT 2011 ein Fahrsimulator des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR): Über ein HMI-Lab (Human Machine Interface Lab) ,,spricht” die Ampel mit dem Auto und gibt dem Fahrer über ein Assistenzsystem Geschwindigkeitsempfehlungen, damit er seine Route mit möglichst vielen Grünphasen zurücklegen kann.
Dieses System ist keineswegs Utopie: ,,Mit unserer ,Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) können wir gemeinsam mit dem Land Niedersachsen, der Stadt Braunschweig und weiteren Partnern die Region zu einer offenen Plattform für moderne Mobilitätsanwendungen ausbauen”, berichtet Dr. Frank Köster vom DLR.
In den nächsten Monaten werden vor Ort die ersten Sensoren und Kommunikationsstationen installiert. Wer die Technik schon jetzt ausprobieren möchte, kann in einem Simulator auf der CeBIT Platz nehmen.
Ein weiteres Thema ist die IT-basierte Elektromobilität. Zu diesem Thema zeigt Siemens sein neues Elektroladesystem ,,Sitraffic Epos”: auf den ersten Blick eine komfortable Ladesäule für Elektroautos, bei näherem Hinsehen jedoch ein integriertes System mit Info-Terminal und Bezahlmöglichkeit. Ein Pilotprojekt mit einer Testflotte von 100 Elektrofahrzeugen läuft bereits, um alle für das Zusammenspiel zwischen Auto und Infrastruktur relevanten Komponenten im Alltag zu testen.

