
Statt über Tachometer und Drehzahlmesser wird der Fahrer in Contis Elektroauto via Display und frei konfigurierbare Daten informiert.
40 elektrospezifische, selbst entwickelte Komponenten setzt Continental in einem Elektroauto ein, mit dem das Unternehmen seine Fachkompetenz demonstrieren will und neue Entwicklungen in der Praxis erprobt. Das Versuchsfahrzeug hat seine Alltagstauglichkeit laut Continental bereits auf mehr als 10 000 Kilometern im öffentlichen Straßenverkehr bewiesen.
Herzstück des Continental-Erprobungsträgers ist ein Elektromotor mit 70 Kilowatt Leistung. Gekoppelt ist der Motor mit Leistungselektronik und Steuergerät. Mt der kompakten Leistungselektronik gewinnen die Fahrzeugentwickler wertvollen Bauraum und reduzieren das Fahrzeuggewicht. Das zentrale Steuergerät wurde aus einem schon bewährten Motorsteuergerät abgeleitet und ist das Gehirn des Elektrofahrzeugs. Er steuert nicht nur den Antrieb, sondern übernimmt auch das Temperatur- und Energiemanagement sowie die Überwachung des Ladevorganges.
Der Antrieb wird aus einer Lithium-Ionen-Batterie gespeist. Geladen wird der Akku mit einem neuen Ladesystem (On-Board-Charger) von Continental, der reif für die Serienentwicklung ist. Durch die hohe Ladeleistung von bis zu 10 Kilowatt lässt sich das Fahrzeug in etwas mehr als zweieinhalb Stunden komplett laden.
Tacho und Drehzahlmesser waren einmal. Auf Basis der Daten zu Energiefluss, Ladezustand, Aktionsradius, Reichweite und vorausliegender Verkehrssituation wird der Fahrer auf einfache Weise über die Reichweite mit einem frei konfigurierbaren Kombiinstrument informiert.
Wie auf dem Display eines Tablet-Computers erhält der Fahrer über diesen 12,3“-LCD-Bildschirm umfassend und auf einen Blick alle wichtigen Kennzahlen und Eckdaten. Je nach Einsatzzweck und Betriebszustand lassen sich darauf neben den reinen Fahr- und Akkudaten auch Navigationshinweise, Energiespartipps oder die nächsten Ladesäulen anzeigen.
Eine weitere Innovation im elektrischen Demonstrationsfahrzeug ist das aktive Gaspedal, das unmittelbar vor dem Serieneinsatz steht. Je nach gewähltem Fahrprogramm kann ein variabler Druckpunkt im Pedalweg dem Fahrer die optimale Gaspedalstellung signalisieren. Ebenso kann in Relation zum Ladestand des Akkus ein steigender Gegendruck aufgebaut werden, der auf eine schwindende Reichweite aufmerksam macht.
Weil solche Hinweise auch bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor den Alltagsverbrauch senken können und das aktive Gaspedal auch als Warnsignal bei drohenden Gefahren sinnvoll ist, beschränkt sich sein Einsatz nicht allein auf Elektrofahrzeuge.
Continental denkt bei der Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI – Human-Machine-Interface) für Elektrofahrzeuge über das Cockpit hinaus. So hat das Unternehmen für den Prototypen eine innovative Ladebuchse entwickelt, die den Fahrzeugbesitzer auf einen Blick über den aktuellen Status seines Wagens informiert. Ein blinkender LED-Ring verdeutlicht das Laden, ein Farbwechsel von gelb bis grün, wie weit der Ladevorgang fortgeschritten ist.
Zudem hat Continental für Elektrofahrzeuge ein internetbasiertes Portal entwickelt, über das der Fahrer vom heimischen Computer aus oder per Smartphone Ladezeit und Ladezustand des Akkus ablesen und das Lademanagement steuern kann. Dann startet der Ladevorgang zum Beispiel nur während des günstigen Nachttarifs oder die Klimaanlage kühlt das Auto herunter, solange der Wagen noch am Stromnetz hängt.
Reichweitengewinn um bis zu zehn Prozent versprechen neue Reifen mit geringem Rollwiderstand und aerodynamisch geformte Felgen. „Rekuperation“ ist bei einem Elektrofahrzeug unerlässlich. Bei jeder Verzögerung ohne die Reibbremse wird wertvolle Energie zurück in den Akku gespeist und der Aktionsradius erhöht.
„Rekuperation“ ist im E-Car unerlässlich. Bei jeder Verzögerung ohne die Reibbremse wird wertvolle Energie zurück in den Akku gespeist. Die Bremsstrategie ermittelt das ESC-Steuergerät MK 60, das bereits in Großserie in mehr als 50 Millionen herkömmlichen Fahrzeugen eingebaut ist. Dabei steuert es zentrale Funktionen wie das elektronische Stabilitätsprogramm, das ABS, die Traktionskontrolle oder die Berganfahrhilfe.
Für den Einsatz im Elektrofahrzeug hat Continental den Funktionsumfang des Steuergeräts erweitert: Aus der Gas- und Bremspedalstellung des Fahrers, Lenkwinkel, Längs- und Querbeschleunigung ermittelt es das sicherste Zusammenspiel von Rekuperation und Reibbremse. So garantiert es ein möglichst gewohntes Fahrgefühl bei einer bestmöglichen Energierückgewinnung.

