
GPS-Daten liefen die Grundlage für kraftstoffsparenden und ökologisch ausgerichteten Betrieb von Nutzfahrzeugen.
Drei Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen Nutzfahrzeuge auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen, wenn sie die das Assistenzsystem Eco Logic motion von Bosch einsetzen. Dieses Versprechen begründet der Autozulieferer aus Stuttgart mit umfangreichen Tests auf realistischen Routen.
Bei einem 40-Tonner mit einer hohen jährlichen Laufleistung bedeutet beim heutigen Niveau der Kraftstoffpreise bereits eine Reduktion des Kraftstoffverbrauchs von nur einem ProzentÂpunkt eine Reduzierung der allgemeinen Betriebskosten von jährlich rund 800 Euro. Auch die CO2-Emissionen lassen sich dementsprechend signifikant senken
Eco Logic motion erreicht das mit einer optimierten Motor- und Getriebesteuerung auf Basis erweiÂterter Navigationsdaten wie Steigungen oder Kurvenradien und ausgeklügelten Algorithmen. Entwicklungsingenieure des Bosch-Geschäftsbereichs Car Multimedia haben die Hardware entwickelt, die durch die konsequente Trennung von Betriebs- und Applikationssoftware auch herstellerspeziÂfische Algorithmen zur Reduktion von Kraftstoffverbrauch und Emissionen berücksichtigen kann. Eco Logic motion dient somit als vorausschauender Sensor, der die Fahrstrategie optimiert.
Das erste Serienprojekt mit diesem neuen System hat Bosch mit Mercedes-Benz Trucks umgesetzt. Die Einführung des gemeinsam entÂwickelten „Predictive Powertrain Control“-Systems im neuen Actros erfolgt im Spätsommer 2012. Bosch liefert die Hardware, die Software-Plattform sowie den elektronischen Horizont, Daimler entwickelte die dazugehörige Applikations-Software.
Basierend auf einer digitalen Karte, die auch Steigungsdaten oder KurvenÂinformationen enthält, erfolgt eine dreidimensionale Abbildung der UmgeÂbung. In Verbindung mit einer exakten Positionsbestimmung über die Satellitenortung des GPS (Global Positioning System) wird eine Vorschau des Fahrzeugumfelds errechnet, die weit über die Nahbereichssensorik – etwa von Radar- oder Videosensoren – hinausgeht, der so genannte elektÂronische Horizont.
Anhand der aus dem dynamischen elektronischen Horizont gewonnenen Erkenntnisse sowie dem Abgleich mit aktuellen Fahrzeugparametern simuÂliert die Applikationssoftware eine Strategie für umweltfreundliches FahÂren. Dazu werden eine geeignete Geschwindigkeit und eine für den vor dem Fahrzeug liegenden Streckenabschnitt geeignete Gangwahl berechnet.
Diese Werte werden mit aktuellen Parametern abgeglichen und als Vorgabe an den Antriebsstrang des Nutzfahrzeugs übermittelt. Dort werden die Anweisungen von Motor- und Getriebesteuerung umgesetzt, so dass beiÂspielsweise entweder vorausschauend beschleunigt werden kann oder unnötige Schaltvorgänge kurz vor Hügelkuppen vermieden werden.

