Assistenzsysteme verhindern Verkehrsopfer

Eine zentrale Rolle  bei der Erhöhung der Verkehrssicherheit  spielt  die technische Entwicklung, so lautete die einhellige Meinung der Experten auf dem Kongress crash tech des TÜV Süd in München.

Besondere Bedeutung kommt der Entwicklung aktiver Schutzsysteme wie Car-to-Car-Communication, Umfeldsensorik sowie Fußgängererkennung zu, wie Horst Schneider, im Vorstand von TÜV SÜD für die Mobilität verantwortlich, betonte.

Damit hat sich das Bild in den letzten 20 Jahren deutlich gewandelt. Stand zunächst die passive Sicherheit im Fokus der Experten,  rückt jetzt der Einsatz moderner Assistenzsysteme in den Blickpunkt, bei denen über elektronische Helfer der Fahrer so unterstützt wird, dass Unfälle idealerweise vermieden oder die Folgen abgemildert werden.

,,Eine weitere notwendige Reduzierung der Zahl der Unfalltoten ist ohne die Entwicklung Unfall vermeidender Systeme nicht zu erreichen”, so Schneider. Allerdings dürfte hierüber nicht die Weiterentwicklung passiver Schutzsysteme vernachlässigt werden, denn nur eine Vernetzung aktiver und passiver Systeme könne letztlich dafür sorgen, dass die ,,Vision Zero” keine Vision bleibe.

Doch auch die passiven Systeme müssen weiter entwickelt werden, so Professor Stefan Strick., Präsident der Bundesanstalt  für Straßenwesen. Dass  in einer immer älteren Gesellschaft auch individuelleMobilität bis ins hohe Alter wichtiger wird, sei in der aktuellen Unfallforschung  nicht ausreichend berücksichtigt. So lägen zuverlässige Erkenntnisse vor, dass ältere Menschen selbst bei vergleichsweise leichten Unfällen schwerere Verletzungen erlitten, speziell im Brustbereich.

Ursache sei  unter anderem, dass die in der Unfallforschung verwendeten Dummies nicht die besonderen Eigenschaften älterer Verkehrsteilnehmer widerspiegeln. Strick forderte, dass in der Unfallforschung verbesserte Dummies mit angepassten biomechanischen Grenzwerten eingesetzt werden, die ein zuverlässiges Bild über die Unfallfolgen für ältere Verkehrsteilnehmer erbringen.

Außerdem arbeitet die BASt in verschiedenen Forschungsgruppen an der Weiterentwicklung von sogenannten numerischen Menschmodellen, über die Unfallbelastungen noch besser simuliert werden können als durch den Einsatz von Dummies.


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