Alltagstauglichkeit und Kosten entscheiden über den Erfolg von alternativen Autokonzepten

studie.automotiveITAlltagstauglich muss das Auto sein, sonst  hat die Elektromobilität kaum eine Chance: Diese Forderung deutscher Autofahrer spielt nach den Ergebnissen der repräsentativen Verbraucherstudie ,,Future Mobility 2012“  eine Hauptrolle beim möglichen Umstieg auf ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb.

Das ist ein Grund dafür, dass konventionelle Autokonzepte noch Priorität haben. An erster Stelle der bevorzugten Technologien rangiert das Fahrzeug mit optimiertem Verbrennungsmotor, gefolgt vom Plug-in-Hybridauto. Erdgasfahrzeug und Vollhybrid finden schon weniger Vertrauen, der ,,reine“ Elektroantrieb und vor allem die Brennstoffzelle sind allenfalls für eine Minderheit interessant.

Recht  konservativ äußern sich die Autofahrer auch zu möglichen neuen Geschäftsmodellen für Elektroautos. Am liebsten würden sie das Auto von einem Autohaus und den Strom von einem Energieversorgen beziehen. Präferenz hat  das Bezahlen des Autostroms via EC-Karte  (88 Prozent), auch das Bezahlen mit der Haushalts-Stromrechnung (68 Prozent) oder über einen Autostromvertrag (66 Prozent). Die Koppelung mit der Handyrechnung oder das Bezahlen über Smartphone mit Code finden nur 20 (Handy) oder 30 Prozent Befürworter.

Car-Sharing und Leasingmodelle sind ebenfalls nur für einen relativ kleinen Kreis interessant, die große Mehrheit bevorzugt den ,,normalen“ Autokauf  auch für alternativ angetriebene Fahrzeuge. Aber:  Für fast 70 Prozent der unter 25 Jahre alten Teilnehmern der Studie ist Car-Sharing eine mögliche Alternative.

Neben der Alltagstauglichkeit, zu der nicht zuletzt die gewohnt große Reichweite gehört, kommt erwartungsgemäß den  Anschaffungs- und Betriebskosten zentrale Bedeutung zu, wenn es um die mögliche Anschaffung  eines Autos mit alternativem Antrieb geht.  Sie sollten nicht signifikant höher als bei ,,normalen” Autos sein,  um akzeptiert zu werden. Geringe Betriebskosten sind gerade für die jüngere Generation ein  maßgeblicher Faktor.

Wenig anfangen können die meisten Autofahrer mit einer  Vorzugbehandlung von Elektroautos im Straßenverkehr. Weder kostenlose Parkangebote noch Einfahrverbote für konventionell angetriebene Autos in Großstädten sind relevante Beweggründe beim Autokauf.

Ein deutlicher Hinweis für die Politiker: Statt  dieser ,,Verkehrshilfen“ wäre eine bessere Information der Autofahrer viel wichtiger.  Zwischen 50 Prozent und 80 Prozentr fühlen sich bislang wenig bis gar nicht über Hybrid, Elektromobilität, Erdgas und andere alternative Technologien informiert, obwohl die große Mehrheit sich durchaus dafür interessiert.

„Die Ergebnisse zeigen, dass viele Verbraucher das Thema Elektromobilität mit rein batteriebetriebenen Fahrzeugen gleichsetzen. Eine stärkere Platzierung der Plug-in Hybrid-Technologie – zu der auch der Range Extender zählt – in der öffentlichen Wahrnehmung könnte dafür sorgen, mit den Vorbehalten gegenüber der Begrenztheit der Reichweite von Elektrofahrzeugen aufzuräumen“, lautet das Fazit der Autoren der Studie.

Die Marktstudie ,,Future Mobility 2012“ ist Teil des Forschungsprojektes „Energy for Future Mobility“. Dieses Projekt der Hochschulen Aalen und Reutlingen und wird vom Land Baden-Württemberg gefördert. Als Partner aus der Wirtschaft sind neben dem Verband der Automobilindustrie (VDA) die Porsche AG, die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie sowie die Beratung Bozem Consulting Associates aus München in das Projekt eingebunden.

Die Kurzversion der Studie zum Download finden Sie hier


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